Lehrerin Eva Lötsch widmet sich an der Jöhstädter Mittelschule im sogenannten begleitenden Unterricht gezielt Schülern mit einer Lese-Rechtschreibe-Schwäche. Damit erhalten sie eine spezielle Förderung.
Foto: Brigitte Streek
Trotz Winters blüht in Jöhstadt "grüne Wiese"
Sächsisches Bildungsinstitut stellt Mittelschule ein Top-Zeugnis aus - Schüler, Eltern und Lehrer anonym in Bewertung einbezogen
Jöhstadt. Jöhstadt. Trotz Schnees allenthalben hat jetzt Simone Seibt, Leiterin der Mittelschule Jöhstadt, eine "grüne Wiese" präsentiert bekommen. Diese stammt aus dem Sächsischen Bildungsinstitut, weist A4-Größe auf und umfasst 65 Seiten. In dieser kleinen Broschüre sind alle Ergebnisse der sogenannten externen Evaluation der Einrichtung inklusive Außenstelle Oberwiesenthal zusammengefasst. Diese Bewertung der Qualität passiert an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen. Die Jöhstädter Einrichtung sei laut Seibt im oberen Erzgebirge die erste Mittelschule gewesen, die beurteilt wurde.
Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Beim Blättern durch das Heftchen leuchtet es fast ausschließlich grün - mal heller, mal dunkler - eben eine "grüne Wiese". "So haben jedenfalls die Gutachter den Prüfbericht bei der Vorstellung bezeichnet. Und sie verwiesen zudem darauf, dass es ein Spitzenergebnis im sachsenweiten Durchschnitt sei", ist die Schulleiterin stolz. Die Farben haben dabei Notencharakter. Dunkelgrün steht für sehr gut. Es folgen Hellgrün, Gelb, Orange sowie Rot, wobei die letzten beiden Farben in der Jöhstädter Beurteilung nicht vorkommen.
Für die Bewertung ist die Einrichtung im Dezember 2009 an drei Tagen von Gutachtern besucht worden. "In dieser Zeit haben sie 24 mal in verschiedenen Fächern hospitiert", sagt Seibt. Parallel dazu seien per Fragebogen auch Schüler, Lehrer sowie Eltern, deren Kinder die Klassen6, 9Hauptschule und 10 besuchen, um eine Meinung zu verschiedenen Themen rund um die Schule gebeten worden. "Den genauen Inhalt der Bögen kenne ich aber nicht", sagt Seibt. Sie wisse jedoch vom Bildungsinstitut, dass davon ein Rücklauf von sehr guten 73 Prozent zu verzeichnen gewesen war.
Der gesamten Evaluation seien insgesamt sechs Qualitätskriterien zu Grunde gelegt worden. Dazu gehörte laut Seibt die Kategorie Schulkultur. Darin habe man wiederum mehrere Unterpunkte zusammengefasst. "So wurden darunter die Verhaltensregeln der Schüler eingeschätzt, etwa welche Werte und Normen ihnen die Lehrer vermittelt haben. Punkten konnten wir ferner mit unserem Angebot an individueller Förderung in den sechs Prüfungsfächern durchgängig von Klasse 5 bis 10 sowie unserem begleitenden Unterricht im Bereich Lese-Rechtschreibe-Schwäche in den Klassen 5 und 6", so die Schulleiterin.
Aber auch in der Kategorie Kooperation seien der Jöhstädter Mittelschule und ihrer Außenstelle Oberwiesenthal mit insgesamt 280 Schülern gute Noten ausgestellt worden. Dabei gehe es unter anderem um die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. "Auf diesem Sektor arbeiten wir eng mit der Wirtschaftsförderung Annaberg zusammen, können so unseren Schülern verschiedene Möglichkeiten anbieten, sich schon früh in Betrieben umzuschauen. Wir probieren diesbezüglich viel aus", betont Seibt.
Noch Reserven gebe es beim gemeinsamen Umgang mit lernschwachen und -starken Schülern innerhalb einer Klasse. "Eine solche differenzierte Förderung sei auch nicht einfach", so die Schulleiterin. Dennoch soll dem Problem demnächst mehr Augenmerk gewidmet werden.


