Die Arbeiten an einem neuen Trinkwasser-Hochbehälter in Scheibenberg dürfen auch nach dem tragischen Unfalltod eines Elfjährigen auf einem nahen Fußweg weitergehen.
Foto: Brigitte Streek
Unfalltod: Fehlende Hinweise auf Gefahrenstelle beschäftigen Polizei
Nach Sturz eines Elfjährigen wird zunächst die Stadt beauflagt, den Bereich abzusichern
Scheibenberg. Nach dem Unfalltod eines elfjährigen Jungen in Scheibenberg ermittelt die Polizei wegen fehlender Warnhinweise. Das Kind war am Freitagabend nahe einer Baustelle an der Bergstraße/ Auf dem Berg mit seinem Fahrrad gestürzt und dabei so schwer verletzt worden, dass ihm die Ärzte nicht mehr helfen konnten. "Der zuständige Verkehrsunfalldienst Stollberg prüft jetzt, wie das Areal hätte gekennzeichnet werden müssen", informierte am Montag Polizeisprecherin Heidi Hennig. Sie stellte klar, dass der Sturz definitiv auf dem Fußweg neben der abschüssigen Strecke passiert sei. "Dieser war durch Schotter-Stellen unterbrochen", so Hennig. Auf die Gefahrenstellen wurde aber nicht aufmerksam gemacht.
Der Auftraggeber der Bauarbeiten - die Erzgebirge Trinkwasser GmbH - sieht keine Versäumnisse im eigenen Haus. Denn das Unglück sei im öffentlichen Verkehrsraum geschehen. "Die Baustelle der ETW war ordnungsgemäß mit Bauzaun abgesperrt", schilderte Geschäftsführerin Carla Schneider. Dennoch sei die Betroffenheit im Unternehmen sehr groß. "Den Eltern und Angehörigen möchten wir unser Mitgefühl zu dem schweren Verlust ihres Kindes entgegenbringen", so Schneider.
Nach Angaben des Landratsamtes ist für die Beschilderung auf einem Gehweg die Kommune zuständig. "Das ist eine Frage, die nun geprüft werden muss", reagierte gestern Scheibenbergs Bürgermeister Wolfgang Andersky (Bürgerforum). Aus seiner Sicht handele es sich um keinen "richtigen" Fußsteig, sondern eher um eine Art Waldweg. Dieser war im genannten Bereich aber asphaltiert und wegen der Zufahrten zu Baustelle und Lagerplatz durch Schotter und Erde unterbrochen. "Es gibt nun eine Auflage des Verkehrsunfalldienstes an die Kommune, dass die Stelle abzusichern ist", sagte am Montag Polizeisprecherin Heidi Hennig.

