Weitere Gemeinden steuern Hafen der Ehe an
Großrückerswalde und Mildenau wollen Einheitskommune Preßnitztal werden - Wunschtermin der Bürgermeister ist 2013
Großrückerswalde/Mildenau.
Großrückerswalde/Mildenau. Als erste Gemeinden im Erzgebirgskreis wollen Mildenau und Großrückerswalde über die alten Kreisgrenzen hinweg einen Zusammenschluss anstreben. Im Jahr 2013, so der Wunschtermin der beiden Bürgermeister, soll es nur noch die Einheitsgemeinde Preßnitztal geben.
"Wir freuen uns schon auf die Hochzeitsnacht", sagen Konrad Vogel (Mildenau, CDU) und Jörg Stephan (Großrückerswalde, CDU) lachend. Bis dahin kann es zwar noch dauern - so viele Details sind bei einem Gemeindezusammenschluss zu klären - aber grundsätzlich ist der Fahrplan klar. Denn Gespräche mit den vorgesetzten Ämtern gab es schon, die Gemeinderäte haben - hinter geschlossenen Türen - beiderseits zugestimmt. Fehlt nur noch das Volk. "Vor weiteren Entscheidungen sollen die Einwohner in den Prozess eingebunden werden - wir wollen die Bürger mitnehmen", sagt Konrad Vogel. Die sollen jetzt mitreden, auch wenn es um Namen oder Verwaltungssitz geht.
Dass es Schwierigkeiten mit einer neuen Heimat Preßnitztal geben wird, glauben beide Bürgervertreter nicht. "Die Verbindungen zwischen uns sind gewachsen, durch Kirchgemeinden, den Trinkwasserzweckverband, die Kinder gehen gemeinsam zur Schule und so weiter", erklärt Jörg Stephan. Sein Amtskollege erzählt, es seien sogar Bürger auf ihn zugekommen und hätten nach Großrückerswalde "verlangt".
Dass sich die Strukturen ändern müssten, sei spätestens nach Berichten über ein neues Leitbild für den kommunalen Raum klar, das derzeit in Dresden ausgearbeitet wird. Auch der Druck von oben spielt beim Zusammenschluss eine Rolle, das geben beide Bürgermeister zu. "Wir wollten uns finden, bevor wir gefunden werden", sagt der Großrückerswalder Amtsinhaber. Zurückgehende Einnahmen und sinkende Einwohnerzahlen hätten den Handlungsbedarf deutlich gemacht.
"Unsere Gemeinden sind gut aufgestellt. Aber um das zu erhalten, müssen wir jetzt handeln", verdeutlicht Konrad Vogel. Dabei schwingt natürlich auch die Befürchtung mit, von den großen Brüdern Annaberg-Buchholz oder Marienberg "geschluckt" zu werden. "Wir haben immer für den Erhalt des ländlichen Raumes gekämpft, das wollen wir auch jetzt nicht aufgeben", sind sich Vogel und Stephan einig. Das neue Preßnitztal würde etwa 7400 Einwohner auf rund 60 Quadratkilometern umfassen. "Das ist eine Größe, die auch den neuen Leitlinien des sächsischen Innenministeriums entsprechen würde", zeigen sich die Bürgermeister überzeugt.
Das will Dresden jedoch erst mal prüfen und dabei auch Marienberg und Annaberg-Buchholz nicht außer Acht lassen. Die Bürgermeister sehen jedenfalls keine andere Option. Auch nicht den Umweg über eine Verwaltungsgemeinschaft, wie sie "grenzüberschreitend" in Zwönitz, Elterlein und Hormersdorf bereits besteht. "Das ist wie verloben und weitersuchen", sagt Jörg Stephan. Dann lieber richtig heiraten - "am besten mit einem großen Fest".


