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Mundart-Projekttag in der Freien Oberschule Elterlein: Max und Jannic versuchen sich im Lesen eines Mundartstückes, zur Freude von Matthias Fritzsch (mi.), Monika Tietze (li.) sowie Peter Laube (re.).

Foto: Christof Heyden

Arzgebirgisch für einen Unterrichtstag

Das Erzgebirge ist einzigartig - auch wegen der Sprache. "Freie Presse" hat den Leuten aufs Maul geschaut. Heute: Projekttag der 5. Klasse der Freien Oberschule Elterlein

Von Christof Heyden
erschienen am 23.01.2017

Elterlein. Ogeploocht haben sie sich, die Schüler der freien Oberschule Elterlein: Hören, Lesen und Verstehen des heimischen Dialekts wurden zur Herausforderung. Der erzgebrigische Zungenschlag kam für so manchen der jungen Leute der fünften Klasse wie eine Fremdsprache daher: Wer sagt schon Friesbrich für Grünzeug? Oder Dorchenannr für ein unaufgeräumtes Kinderzimmer? Dodormiet hatten die Oberschüler bislang wenig zu tun.

Guter Grund, einen Projekttag zu Brauchtum und Redensart der Einheimischen zu organisieren. "Für unsere Schüler ein Stück Heimatkunde, sie haben hier ihre Wurzeln, Sprache zählt dazu. Und die sollen sie besser kennen- und verstehen lernen", sagt Schulleiter Klaus-Dieter Schumacher. Der sah im nichtalltäglichen Unterricht gute Gelegenheit, seine Schützlinge für die Thematik zu interessieren. In den Familien würde sich bemüht, Hochdeutsch zu sprechen. Die ursprüngliche Mundart sei fast vergessen.

Und für diese Runde standen mit Monika Tietze, Matthias Fritzsch und Pete Laube gestandene Mundartautoren und Sprecher vor der Klasse. Da wurde weniger theoretisiert, mehr gesprochen und gesungen: "Gi Hannl, huhl e Tüppel rei, dr Lechter is ze eng." Bekannte Heimatlieder wurden angestimmt, für die heutige App-geschulte Generation eher ein Abenteuer. Daher verbreitete sich vielmehr ein Gemurmel denn ein klarer Frohgesang in der Runde. Wer kennt und singt schon noch Lieder, welche Familien pflegen überhaupt die Hausmusik?

"Man behandelt Goethe, Schiller und Brecht, aber warum nicht auch einmal in unseren hiesigen Schulen Autoren wie Max Wenzel und Dagmar Meyer?", gab Monika Tietze zu bedenken. Die Crottendorferin ist beim Literaturwettbewerb Kammweg für ihre Mundartbeiträge geehrt worden.

Die Schüler waren durchaus aufgeschlossen bei der Sache, versuchten wie Max und Jannic zum Vergnügen der Mitschüler, ein Stück Literatur vorzutragen. In Sachen Traditionspflege verstanden sie durchaus mitzureden. Schließlich gehören Schwibbogen, Räuchermann und Lichterengel in fast jeden Haushalt. Peter Laube nutzte die Stunde, den jungen Erzgebirgern zu erklären, woher diese typischen Elemente kommen, warum der Bergbau und die Spielzeugindustrie einst so wichtig für die Einheimischen waren. Auch von Karl Stülpner und Anton Günther hatte die junge Truppe schon gehört.

"Die Projekttage sind Chance, den jungen Leuten Geschichten über das Leben der Menschen im Erzgebirge zu erzählen, sie mit einigen Bräuchen vertrauter und unsere Mundart verständlicher zu machen", sagt Matthias Fritzsch, der die Arbeitsgruppe der Mundartautoren im Erzgebirgsverein leitet und manch Büchlein geschrieben hat. Die sprachliche Anregung dürfte in Elterlein gefruchtet haben.

 
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