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Das Tattoo "Vergass dei Hamit net!" trägt Falk Schirrmeister auf der Innenseite des linken Unterarms. Er hat es selbst entworfen.

Foto: Cristina Zehrfeld Bild 1 / 2

Liedzeilen schmücken Haut

Das Erzgebirge ist einzigartig - auch wegen der Sprache. "Freie Presse" hat den Leuten aufs Maul geschaut. Heute: Falk "Traveler" Schirrmeister verwirklicht gerade seinen Traum, eine erzgebirgische Mundartband zu etablieren.

Von Cristina Zehrfeld
erschienen am 20.02.2017

Oelsnitz. Die erzgebirgische Mundart wird für Falk "Traveler" Schirrmeister viel zu wenig in der zeitgemäßen Musik verwendet. Deshalb hat er ein Projekt initiiert, das seit einem halben Jahr als "Erzgebilly" das Publikum begeistert.

Falk Schirrmeister selbst ist der Enthusiasmus für sein Arzgebirg längst im Wortsinn unter die Haut gegangen. Zwei Anton-Günther-Lieder begleiten den Sänger und Gitarristen seit vier Jahren sprichwörtlich über "Barg un Tol" und auf jeden "Waag", denn der Oelsnitzer hat sich Texte des erzgebirgischen Volksdichters dorthin tätowieren lassen, wo er sie selbst immer gut sehen kann. Der Liedtitel "Vergaß dei Hamit net!" und das Notenbild von "'s gieht alles seiner Hamit zu", einer Zeile aus dem Feierobnd-Lied, prangen auf der Innenseite seines linken Unterarmes.

Letzteres hat eine besonders emotionale Note, wie Falk Schirrmeister verrät: "Das Feierobnd-Lied wurde zur Beerdigung meiner Oma gespielt." Das Motiv mit Edelweiß und seinem Künstlernamen "Traveler" hat er selbst entworfen, und dass es so mundartlich daherkommt, ist kein Zufall. "Erzgebirgisch ist für mich eine schöne Sprache. Es fühlt sich für mich richtig an, ich muss da nichts aufsetzen." Trotzdem hat sich die Mundart in Schirrmeisters Alltagsgebrauch etwas herausgewachsen. Zehn Jahre außerhalb der Hamit, unter anderem in Minden und Regensburg, haben ihre Spuren hinterlassen. "Da kann ich aber leicht umschalten."

Nur manchmal kommt das Erzgebirgische ungewollt auch im Hochdeutschen durch. Wobei Falk Schirrmeister klarmacht, dass Mundart nicht gleich Mundart ist: "Solche Stereotype wie 'ä Schälchen Heeßen' lässt sich mit dem Sächsischen verbinden, aber mit unserer erzgebirgischen Sprache hat das nichts zu tun."

Unverfälscht arzgebirgsch soll die Musik von Erzgebilly rüberkommen. Deshalb hat sich Falk Schirrmeister mit Musikerkollegen zusammengetan, die ebenfalls ein Faible für die Mundart haben. Als Expertin gilt Sandra Meyer, denn die Sängerin aus Oberpfannenstiel ist seit 18 Jahren Mitglied der Schwarzwasserperlen. Sie beherrscht das Mundartrepertoire aus dem Effeff. Bodo Martin aus Burgstädt (Bass) gilt als Haudegen der regionalen Musikszene, und er hat das scheinbar Undenkbare in ein stimmiges Konzept gebracht: Die Verbindung von Rockabilly und Countryklängen mit erzgebirgischer Mundart. Ben Weber aus Lichtenwalde (Gitarre) und Enrico Riedel aus Oelsnitz (Schlagzeug) komplettieren das Quintett, dessen Repertoire von Mundartklassikern bis zu Eigenkompositionen reicht.

Da wird "'s Annel mitn Kannel" zum tanzbaren Rocktitel und Johnny-Cash-Melodien bekommen Mundarttexte verpasst. Auch aktuelle und gesellschaftskritische Themen will Falk Schirrmeister häufiger aufs Tapet bringen. So feilt er gerade an einem neuen Lied unter dem Arbeitstitel "Stell dich net a", in dem das buchstäbliche Anstellen im Supermarkt wie auch die sinngemäße Bedeutung, also das "Sich-Zieren" aufs Korn genommen werden sollen. Mundart und Moderne schließen sich dabei nicht aus, wie Schirrmeister an seinem erzgebirgischen Lieblingswort erklärt: "'Maargusch' finde ich gut, weil es sich so gut mit dem neuen Begriff des 'Postfaktischen' verknüpfen lässt. Das sind keine bösen Menschen, aber sie erzählen einfach Unsinn."

Live zu erleben ist Falk "Traveler" Schirrmeister am 11. März ab 20 Uhr in der Bar der Stadthalle Oelsnitz.

 
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