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Der Erlabrunner Gotthard Lang schreibt für Amtsblätter der Region Mundartbeiträge, betreut aber auch die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr und der Schnitzer seines Heimatortes.

Foto: Christof Heyden

Wie iech laab, is mrsch racht schie

Das Erzgebirge ist einzigartig - auch wegen der Sprache. "Freie Presse" hat den Leuten aufs Maul geschaut. Heute: Gotthard Lang. Er schreibt seit 1960 Mundartgeschichten für Zeitungen und Amtsblätter.

Von Christof Heyden
erschienen am 06.02.2017

Erlabrunn. "Iech bi noch aaner vun alten Schlog", sagt Gotthard Lang. Nicht allein das stolze Lebensalter von 88 Jahren spricht für den aufgeschlossenen rüstigen Zeitgeist. Ob als Hauer, Markscheider und Schießmeister bei der Wismut oder später als Brandinspektor im Feuerwehrwesen, der Erlabrunner hat im Berufsleben genauso Stehvermögen gezeigt, wie in der Freizeit für die Freiwillige Feuerwehr und die Schnitzer. In früheren Jahren begleidete er ebenso Ehrenämter im Gartenverein, der Radsporttruppe und bei den Philatelisten.

Mit fast neun Jahrzehnten Lebenserfahrung wahrt Gotthard Lang seine Prinzipien und pflegt seine Leidenschaften. Und da gehört das Herz und der Mund des Erzgebirgers der heimischen Redensart. Nicht nur, dass der gebürtige Breitenhofer den heimischen Zungenschlag beherrscht, seit vielen Jahren schreibt er auch Erlebnisse des Alltags in Erzgebirgisch auf. Und das längst zur Freude einer großen Leserschar. Allen voran die Abonnenten des Amtsblattes von Breitenbrunn. "Ich betreue eine feste Rubrik, liefere alle 14 Tage eine kleine Geschichte. Für den diesjährigen Jahrgang sind schon alle Beiträge fertig. Und auch für die 2018er-Ausgabe sind die Texte längst zusammengestellt."

Derzeit belaufe sich sein Beitragsfundus auf 340 Stücke. In denen macht er die Erlebnisse als Bergmann zum Thema, wie er auch vom Miteinander im Gemeindeleben berichtet. Als aufmerksamer Senior macht er sich seine Gedanken über Streiks bei der Post und der Lufthansa genauso, wie er seinem Ärger über das arglose Wegwerfen von Müll mancher Mitbürger Luft verschafft. Einheimische rufen Gotthard Lang durchaus Gola. Sein Zeitungs-Kürzel, welches er für die Anfang der 1960er-Jahre veröffentlichten Beiträge im Schwarzenberger Echo erhielt.

Schon als Schüler habe er gern Aufsätze geschrieben, die Mutter habe in ihm das Interesse für die Mundart geweckt. "Sie war wie ich Mitglied im Erzgebirgszweigverein, hat auch Geschichten aufgeschrieben." Er fühle sich der westerzgebirgischen Mundart verpflichtet. "Zunächst habe ich so geschrieben, wie ich gesprochen habe. Doch nachdem ich mit dem renommierten Manfred Blechschmidt in Kontakt getreten bin, begann ich mich intensiver für Schreib- und Ausspracheregeln zu interessieren." Seitdem kennt er sich mit dem harten und weichen A aus, er weiß, wann Selbstlaute kurz oder lang ausgesprochen werden. Als Mann alten Schlages hadere er mit den vielen in die heutige Sprache eingezogenen englischen Modeworten, etwa Highlight, Kids oder Youngster. "Mich ärgert genauso, wenn jetzt von der Waldautobahn statt der Kammloipe vor unserer Haustür geschrieben wird." Gotthard Lang tippt seine Arbeiten auf einer Schreibmaschine, die Bilder lässt er in einem Fotogeschäft entwickeln. Eben klassisch.

 
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