Alles am Fluss - Aue schaut auf 2018
Landesgartenschau 2015 ist für die Große Kreisstadt kein Thema - Bewerbung als Ausrichter für das Großereignis in acht Jahren möglich
Aue. Aue. Auer Bürgervertreter haben jetzt eine gute Gelegenheit ausgemacht, ihre Stadt als ein lohnenswertes touristisches Ziel ins Gespräch zu bringen: als Veranstaltungsort einer Landesgartenschau. Die nächste Chance dafür wäre 2015. Zu wenig Zeit für eine ausreichende Vorbereitung, sagt die Stadtverwaltung. Die Bewerbungsfrist endet jedoch bereits Ende September - zu wenig Zeit, sagt die Stadtverwaltung.
Das Rennen um die Ausrichter-Ehre für die sächsische Landesgartenschau 2015 läuft derzeit auf Hochtouren. Und die Konkurrenz ist groß: Mit Borna, Delitzsch und Markkleeberg etwa bewerben sich allein drei Kommunen aus der Leipziger Ecke darum, die mittlerweile siebente Auflage dieser Landschaftsgestaltungs-Präsentation in die eigene Stadt zu holen. Auch das erzgebirgische Oelsnitz, das gerade mit dem Tag der Sachsen ein Riesenfest hinter sich brachte, hat erneut den Hut in den Ring geworfen, besitzt als Schau-Bewerber zudem einen Mit-Interessenten in unmittelbarer Nachbarschaft - die Stadt Lugau.
Fast wäre auch Aue mit auf das gut besetzte Karussell potenzieller Ausrichter geraten. Die CDU/FDP-Fraktion im Stadtrat wartete nämlich mit dem Vorschlag auf, die Rathaus-Verwaltung möge eine Bewerbung für die Landesgartenschau 2015 einreichen. Und präsentierte durchaus überzeugende Argumente für diesen überraschenden Vorstoß. "Wir werden als Erzgebirgs- und Bergbaustadt eher nicht wahrgenommen, da sind Schneeberg, Schwarzenberg, Annaberg oder Freiberg viel bekannter", sagte Fraktionsmitglied Ulf Breitfeld.
Dafür könne man aber mit einem anderen Merkmal punkten: als Stadt der Brücken. Flüsse oder Bäche hätten die Bergstädte zwar auch, so Breitfeld. Aber nirgendwo dominiere so sehr ein Fluss die Innenstadt, präge das Wohnen am Wasser Lebensqualität und Atmosphäre. "Stadt - Brücken - Fluss", unter diesem Motto könnte das Bewerbungskonzept für eine Landesgartenschau stehen.
Diese Idee kommt nicht von ungefähr. Als geeignete Ausstellungsfläche sieht Breitfelds Fraktion nämlich das Wellner- und Gießereigelände, beide Ufer der Mulde in diesem Bereich sowie die rechte Flussbegrenzung vom Simmelmarkt bis zur Muldentalbrücke. Für die bis zu 3,5 Millionen Euro als Gartenschau-Investitionszuschuss vom Land könnte viel getan werden: der Abbruch der meisten Wellner-Brachen etwa, das Anlegen von Grünflächen und Uferwegen, von Badestellen und Liegewiesen und vieles mehr. Genau darin indes sieht die Stadtverwaltung auch die größten Unwägbarkeiten, die gegen eine Bewerbung bereits für 2015 sprechen.
So laufe derzeit das Altlast-Erkundungsverfahren für das Areal der einstigen Besteckfirma mit völlig offenem Ausgang. Niemand wisse, ob die Fläche überhaupt rechtzeitig nutzbar wird. Nicht ohne seien auch die finanziellen Konsequenzen. Für die kompletten Bewerbungsunterlagen zum Beispiel wären rund 50.000 Euro nötig. Alles in allem: Die Stadt sieht sich für den Ausrichter-Wettbewerb 2015 nicht ausreichend gerüstet. Man schlug den Bürgervertretern deshalb vor, die Landesgartenschau 2018 ins Visier zu nehmen. Dem stimmte der Stadtrat zu.


