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Ein Wachmann steht vor dem Zugang zum Gelände der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Schneeberg: Gleich mehrere Bewohner sind in den vergangenen Tagen verlegt worden, weil sie im Verdacht stehen, Einbrüche im Stadtgebiet begangen zu haben.

Foto: Peter Endig/dpa/Archiv

Asyl-Erstaufnahme in Schneeberg wirft mehrere Flüchtlinge raus

Nach einer Einbruchserie im Stadtgebiet sind Anwohner beunruhigt. Jetzt wird bekannt: Die Drahtzieher saßen im Flüchtlingsheim - die Behörden reagieren hart.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 28.03.2017

Schneeberg. Eine Gruppe von mehreren Asylbewerbern ist aus der Erstaufnahme-Einrichtung in der alten Kaserne in Schneeberg geworfen worden. Anlass ist offenbar eine Serie von Straftaten, die sie in den vergangenen Wochen in der Stadt verübt hat. Das berichten die für die Betreuung zuständigen Malteser Werke. Die betreffenden Flüchtlinge seien deshalb in eine andere Einrichtung nach Chemnitz verlegt worden, heißt es.

Tassilo Graf Wolff Metternich ist Leiter des Migrationsbüros Sachsen der Malteser Werke und sprach jetzt auf der jüngsten Sitzung des Schneeberger Stadtrates über die Vorfälle: "Die Personen sind mit Einbrüchen in Autos und in einen Supermarkt in die Öffentlichkeit getreten", erklärte er. 14 Flüchtlinge seien nun verlegt worden, zwei weitere bereits vor einigen Tagen. Die Landesdirektion Sachsen als Träger der Einrichtung bestätigt zwar die Verlegung, ist bei den Zahlen aber anderer Meinung. Nicht 16 sondern 15Personen seien auf andere Standorte im Freistaat verteilt worden.

Dem Rauswurf waren mehrere Delikte im gesamten Stadtgebiet vorausgegangen. So hatte ein Libyer (28) laut Polizeimitteilung am 17. Februar in Schneeberg ein Auto doppelt gestohlen. Er schnappte sich einen Pkw, der mit Schlüssel auf der Priesterstraße stand, fuhr damit zu einem nahegelegenen Garagenkomplex und verließ den Tatort. Der Besitzer fand das Auto zwischendurch wieder - doch nur kurze Zeit später kehrte der Libyer zurück und setzte sich erneut hinters Steuer. Beamte stellten ihn auf frischer Tat; er war stark alkoholisiert.

In der Nacht zum 12. März war der Polizei zudem ein diebisches Trio in die Fänge gegangen, das in einen Einkaufsmarkt an der Kobaltstraße und in ein leer stehendes Wohnhaus an der Filzteichstraße eingestiegen sein soll. Zwei der Tatverdächtigen (19, 25) stammten aus Marokko, der Dritte (30) aus Algerien. Vermutet wird, dass die Drei in der Nacht auf Sonntag auch mehrere Fahrzeuge im Ortsteil Neustädtel aufgebrochen haben, darunter waren 13 Autos, zwei Lastwagen sowie ein Kleintransporter.

Nach diesen Vorfällen hatte der Bürgermeisters von Schneeberg die Landesdirektion Sachsen gebeten, die Tatverdächtigen zu verlegen. "Ich habe es angeregt", sagt Ingo Seifert. Mehrere Bürger seien verunsichert gewesen und auf ihn zugekommen; darauf habe er reagiert. Bereits in der Vergangenheit seien immer wieder mal einzelne Personen auf andere Heime verteilt worden, etwa bei hausinternen Streitigkeiten, erklärt Seifert. "Dass es jetzt gleich so viele sind, habe ich nicht gewusst."

Wolff Metternich sagt: "Wir versuchen, präventiv mit Schulungen und Deeskalationskursen zu arbeiten, aber solche Probleme wird es immer wieder geben." Er spricht von "schwarzen Schafen". Eine Sprecherin der Landesdirektion erklärt, mit der Verlegung gleich einer größeren Gruppe versuche man, die angespannte Situation in Schneeberg zu beruhigen. Die Frage, inwiefern die auffällig gewordenen Asylbewerber in anderen Städten wie Chemnitz besser aufgehoben sind, blieb gestern offen.

Insgesamt wertet die Landesdirektion die Sicherheitslage in der Erstaufnahme-Einrichtung aber als entspannt. In den vergangenen Monaten sei es "zu einer überschaubaren Anzahl" von Vorfällen gekommen, dazu gehören Handgreiflichkeiten zwischen Asylbewerbern sowie gegenüber dem Personal. Größere Polizeieinsätze, erklärt die Sprecherin, seien nicht bekannt.

 
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Kommentare
18
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 03.04.2017
    19:05 Uhr

    A809626: @ Blacky, mir ist auch der Unterschied zwischen Flüchtlinge und "Flüchtlinge" wichtig

    0 4
     
  • 31.03.2017
    13:57 Uhr

    aussaugerges: ZDF mo:ma da wurden diese Zahlen voll bestätigt.
    Es war das Topthema da Sachsen diese Zahlen als erstes brachte.

    Was soll das Rumgeschroble von allerhöchster Stelle wurde doch alles bestätigt.

    0 4
     
  • 31.03.2017
    08:02 Uhr

    Hinterfragt: Dieser Kuschelkurs mit kriminellen "Zuwanderern" durch die Politik fördert doch die ganze Misere noch. Ein interessanter Artikel dazu ist hier (http://www.huffingtonpost.de/mohammed-khamis/marokkaner-koeln-silvester_b_13926916.html) zu lesen: "Die Deutschen sind zu gutmütig" .

    1 6
     
  • 31.03.2017
    06:11 Uhr

    Blackadder: Danke Felto84, ihre sehr pragmatische und überlegte Herangehensweise an viele Dinge gefällt mir sehr gut. Im Grund sehe ich es nicht anderes: Straftäter müssen verfolgt werden, erst recht Intensivtäter. Wenn das passiert ist, werden sich auch weniger Leute über DIE Flüchtlinge beschweren, wenn sie eigentlich nur die Kriminellen meinen. Diese Unterscheidung ist mir wichtig.

    4 3
     
  • 30.03.2017
    15:41 Uhr

    Felto84: @aussaugerges: Diese Zahl habe ich bei MDR aktuell nicht gefunden, dafür aber diese: "Der Anteil der mutmaßlichen Wiederholungstäter an allen in Sachsen lebenden Zuwanderern liegt bei 1,1 Prozent."

    Und wenn man sich um diese 1,1 Prozent dann mal intensiv kümmern würde, hätten wir mit der Flüchtlingskrise deutlich weniger Probleme.

    Nicht nachvollziehen kann ich die Meinung des Innenexperten der Linken, der nicht begreifen kann "dass wir über die 1,1 Prozent Intensivstraftäter sprechen und aber eben nicht über die 63.000 Zuwanderer, die nicht straffällig werden". - Ja warum reden wir denn über diese Leute und nicht über die anderen? Weil die einen ein Problem sind und die anderen nicht. Weil Teile dieser 1,1% u.a. die Zenti unsicher machen und das Rassismusproblem verschärfen.

    Mit denen die sich nicht an die Gesetze halten, muss man sich in einer Kriminalitätsstatistik nicht beschäftigen. Egal ob Deutsche oder Flüchtlinge, gegen Kriminelle muss man entsprechend vorgehen, damit das kriminelle Verhalten unterbleibt. Wenn wir über die deutsche Verbrechensstatistik reden, hat von der Linken noch keiner gefordert, dass man aber auch erwähnen muss, dass der Rest der Deutschen friedlich war. Solches Messen mit zweierlei Maß ist das Letzte! Reine Augenwischerei, die weder denn friedlichen Flüchtlingen noch der deutschen Bevölkerung hilft.

    Geht gegen Intensivtäter vor, egal ob deutsche oder Ausländer. Ist mir unbegreiflich, dass man solche Leute in Schutz nimmt. Unwählbar, Leute, die so eine Sicherheitspolitik machen wollen.

    2 7
     

 
 
 
 
 
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