In Schneeberg errichtete Woidtke ein Denkmal. Genau wie in BadSchlema und Zwönitz.
Foto: Archiv/Müller
Auer setzt sich für Errichtung von Bergarbeiterdenkmal ein
Siegfried Woidtke kämpft seit Jahren gegen Windmühlen
Aue/Bad Schlema. Siegfried Woidtke fühlt sich ausgebrannt. ",Du schon wieder!' Mit diesen Worten werde ich bei Bürgermeistern mittlerweile manchmal begrüßt", so der Auer frustriert. Der ehemalige Bergmann will seinen Berufsstand mit einem Denkmal ehren. Zwei Bronzekumpel - einer aus der Zeit des Altbergbaus und einer aus Wismutzeiten - sollen an den Wirtschaftszweig erinnern. "Alles kommt vom Bergbau her - für das Erzgebirge gilt dies definitiv", sagt Woidtke.
Der Autor zahlreicher Bücher über den Bergbau hat schon drei kleinere Denkmale aufgestellt. Nun versucht er seit rund vier Jahren, die Bürgermeister der Region für sein größeres Projekt zu entflammen. Ohne Erfolg. Denn selber finanzieren kann er das Denkmal nicht. "In bester Qualität würde es rund 70.000Euro kosten", schätzt Woidtke. Es ginge natürlich billiger, doch 40.000 bis 50.000Euro ist die Untergrenze. Zirka 3000 Euro hat er an Spenden bislang gesammelt. Ohne öffentliche Unterstützung geht da nichts. "Ich bin unter anderem in Aue, Schneeberg und in BadSchlema gewesen. Außer warmen Worten habe ich nichts erhalten." Inzwischen ist er des Kämpfens müde. Doch aufgeben will er nicht. "Dafür ist die Sache zu wichtig." Er hat bereits einige Plätze für das Denkmal ins Auge gefasst. "Der Autobahnzubringer wäre gut geeignet", so der ehemalige Hauer. "Dann hätte man links die Bergstadt Lößnitz, rechts BadSchlema mit dem ehemaligen Wismut-Revier Oberschlema und vorn Aue mit dem Kaolin-Bergbau." Andere Standorte wären ebenfalls denkbar. Die Figuren sollen lebensgroß sein. "Als Faustregel rechnet man rund ein Drittel größer als echte Menschen", so Woidtke.
Zuletzt ist er im BadSchlemaer Rathaus abgeblitzt. Doch nun deutet sich im Kurort ein Kompromiss an. An der Front des Kulturhauses Aktivist könnte ein vier bis sechs Meter großes Relief mit den beiden Bergmännern entstehen. In Sack und Tüten ist dies aber noch nicht. "Für die ursprüngliche Idee ist zurzeit einfach nicht genug Geld da", begründet Bürgermeister Jens Müller (Freie Wähler) diese Variante. Dennoch sieht er Woidtkes Vision noch nicht endgültig beerdigt. "Die Zeit ist nicht reif dafür", schätzt der Rathaus-Chef ein. "Aber die Idee ist aus meiner Sicht durchaus noch nicht vom Tisch."


16:08 Uhr
Tapp: Guten Tag, ich bin auch ein ehemaliger Kumpel. Ich habe auf dem Schacht 366 u. 371 (9 Jahre zuletzt bei der Brigade Weyrauch als Hauer GB3 371) bis zu meiner Ausreise 1984 gearbeitet. Ich finde es Projekt des Herrn Woidtke sehr gut, es wäre nur gut wenn ein Spendenkonto in diesem Artikel mit veröffentlicht würde. Mfg aus Solingen