Um ihren Erhalt kämpft Bockau eisern: Die Grundschule - derzeit dient ein Außengerüst als Rettungsweg - soll in die ehemalige Mittelschule umziehen, die vorher allerdings saniert werden müsste.
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Bockauer fürchten um ihren Einfluss
Keine Fortschritte in der Schul-Debatte zwischen Bockau und Zschorlau
Bockau. Bockau. Die Grundschule Bockau bleibt umkämpft. Dabei kommt erneut alles anders als gedacht. Seit Monaten befassen sich die Räte des Laborantendorfs mit dem sensiblen Thema, das während ihrer jüngsten Gemeinderatssitzung wieder heiß diskutiert wurde.
Erst im Herbst stand die Schule auf der Kippe. In der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Zschorlau/Bockau gibt es zwei Grundschulbezirke. Eine Vereinbarung besagt, dass Kinder aus Albernau zu Bockau und jene aus Burkhardtsgrün zu Zschorlau zählen. Allerdings hagelte es immer wieder Albernauer Ausnahmeanträge, die die Bockauer Schule zuletzt in akute Gefahr brachten. Damit sollte Schluss sein. Bockau erwog einen neuen Partner und wäre in Lauter vermutlich fündig geworden.
Das Säbelrasseln zeigte Wirkung: Räte aus Zschorlau und Bockau sowie Vertreter von Bildungsagentur und Landratsamt setzten sich an einen Tisch und glaubten sich einer Lösung nah: ein Schulbezirk statt bisher zwei in der VG - mit zwei gleichberechtigten Standorten und Schulträgern. "Es lief aber nicht ganz wie erhofft", ärgert sich Bockaus Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos). Denn nach einer Debatte hinter verschlossenen Türen favorisiere Zschorlau zwar die Bildung eines Schulbezirks und erwarte nun einen gleich lautenden Beschluss seitens Bockau. "Allerdings mit nur einem Träger: Zschorlau", sagt Baumann.
Damit wären für Bockau alle Hoffnungen auf ein gleichwertiges Mitspracherecht zum Beispiel in Bezug auf die Schülerströme dahin. Elternvertreter befürchten, dass dies das Aus für Bockaus Schule bedeuten würde. Denn wenn die Vereinbarung schon jetzt bei zwei Bezirken nicht funktioniere, wie solle es erst werden, wenn Zschorlau quasi Alleinherrscher sei?
Daher der Schwenk zurück zur bestehenden Zweckvereinbarung. "Laut dieser ist Zschorlau verpflichtet, für ausreichend Anmeldungen in Bockau zu sorgen", erklärte Carmen Beier (SPD). Überdies sprach sich das Gros der Räte sogar erstmals vehement dafür aus, bei der Sanierung der ehemaligen Mittel- zur Grundschule - der Zustand des jetzigen Schulgebäudes ist laut Ralf Bauer (CDU) "erbärmlich" - endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Zur Not ohne Fördermittel, sondern über einen Kredit.
"Wir prüfen unsere Möglichkeiten, stellen zur Not den Haushalt noch einmal um. Letztlich können wir nur mit einer attraktiven Schule bei Eltern punkten", so Baumann. Er wollte am Mittwochabend gleich darüber abstimmen lassen, ob ein Beschluss für einen gemeinsamen Schulbezirk überhaupt noch nötig sei. Ja, entgegnete Gemeinderat Martin Wollny (CDU): "Warum sollen wir es nicht versuchen?" Nun haben die Bockauer Räte bis zur nächsten Sitzung Bedenkzeit. Dann steht der Beschluss zur Bildung eines Schulbezirks auf der Tagesordnung. Fällt er durch, bleibt alles beim Alten.


