Kriminalhauptkommissar Heiko Schmiedel ist Chef der Auer Kripo. Er zeigt die Karte, auf der die Brandorte eingezeichnet sind. 
Kriminalhauptkommissar Heiko Schmiedel ist Chef der Auer Kripo. Er zeigt die Karte, auf der die Brandorte eingezeichnet sind.

Foto: Publicpix

Brandserie in Schneeberg: Bereits eine Million Euro Schaden

Polizei will Zündler dingfest machen

Schneeberg. Mindestens 18 Brände gehen auf das Konto des Feuerteufels, der seit März in der Bergstadt sein Unwesen treibt. Eine Million Euro beträgt der dabei angerichtete Schaden, teilte der Leiter der Kriminaldienststelle im Polizeirevier Aue, Heiko Schmiedel, auf Anfrage mit.

Ob auch das jüngste Feuer, das am vergangenen Wochenende in der Nacht zum Samstag an der Stiftstraße einen Volkswagen vernichtet hat, zu der Brandserie in Schneeberg zu zählen ist, lässt sich im Moment nicht mit Sicherheit sagen. Die Polizei prüft auch, ob dieser Brand auf einen Partnerschaftsstreit zurückzuführen ist, in dessen Folge das Auto abgefackelt wurde. So habe es aus dem Umfeld der Beteiligten entsprechende Hinweise gegeben.

Kriminalhauptkommissar Heiko Schmiedel ist seit 1. Juli neuer Kripo-Chef im Auer Revier. Mit gegenwärtig acht Beamten ermittelt die Polizei im Fall der Brandserie von Schneeberg. Inzwischen steht fest, dass auch der Dachstuhlbrand vom 27. Mai im Haus an der Gottlieb-Heinrich-Dietz-Straße auf eine vorsätzliche Brandstiftung zurückzuführen ist. Kriminalhauptkommissar Schmiedel: "Technischer Defekt oder eine Fahrlässigkeit sind nach gegenwärtigem Erkenntnisstand ausgeschlossen." Mehr als 300 Tatortfotos haben die Ermittler bisher von den einzelnen Brandstellen angefertigt.

Die Polizei schließt nicht aus, dass die Täter noch einmal zuschlagen. Deshalb hat sie ihre Arbeit verstärkt: In Schneeberg sind jetzt vermehrt zivile Polizeistreifen unterwegs. Die Kripo will noch in dieser Woche mit Fahndungsplakaten an die Öffentlichkeit gehen. "Dazu prüfen wir, eine Belohnung für Hinweise auszusetzen, die zur Ergreifung der Täter führen", sagt Heiko Schmiedel. Zwar sind bis jetzt gut 90 Hinweise im Revier eingegangen, die sich auf bestimmte Personengruppen oder Fahrzeuge beziehen, die mit der Serie in Verbindung stehen könnten. Aber der heiße Tipp war noch nicht dabei. Überdies hat die Polizei an den Brandstellen bisher kaum oder gar keine verwertbaren Spuren gefunden.

Trotzdem könnte sich das Netz der Ermittler spannen. Denn die Tatzeiten - meistens an Wochenenden und gegen Mitternacht - geben unter Umständen Rückschlüsse auf eine bestimmte Tätergruppe. Zudem hat die Polizei Parallelen zu einer aufgeklärten Brandserie aus dem Jahr 2009 - ebenfalls in Schneeberg - entdeckt. Die Beamten suchen weitere Zeugen, die Hinweise zu den aktuellen Fällen geben können. Für Hinweise: Ruf 03771 120

 
erschienen am 02.08.2011 ( Von Erik Kiwitter )
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