Die neue Awo-Werbung mit Annerose Berger auf einer alten AWO.
Das neue Gesicht der Arbeiterwohlfahrt
Im Sattel des AWO-Motorrads: Eine Rentnerin
Breitenbrunn. Das neue Gesicht der Arbeiterwohlfahrt Erzgebirge ist ein altes Gesicht. Lebensfreude und Schalk blitzen zwischen den Runzeln der Seniorin auf, die sich auf ein altes Motorrad gesetzt hat, um Werbung für die Wohlfahrtsorganisation zu machen. Eine AWO für die Awo - mit einer Pilotin wie man sie nicht aller Tage sieht, auf die man aber gerne schaut.
Die Frau im Sattel des Oldtimer-Motorrads ist Annerose Berger aus Breitenbrunn. Sie ist 83 Jahre alt und seit 1990 Mitglied in der Arbeiterwohlfahrt Erzgebirge. Und jetzt ist sie auch Werbeträgerin. "Ich habe das der Awo zuliebe mitgemacht", sagt sie. "Ich bin Optimist und immer für einen Spaß zu haben."
Das wusste auch Awo-Geschäftsführer Karsten Wilhelm, als er Annerose Berger im vergangenen Herbst bei einem ihrer häufigen Besuche im Awo-Haus in Breitenbrunn auf dem Flur ansprach: "Kannst du dir vorstellen, dich für uns auf ein Motorrad zu setzen?" Die Seniorin war einverstanden. "Bei der Arbeiterwohlfahrt finde ich immer Hilfe. Wenn ich mal nicht auf der Höhe bin, bringen sie mir zum Beispiel das Essen nach Hause. Deshalb habe ich mich gerne revanchiert."
Jetzt ziert ihr Bild die Internetseite der Wohlfahrtsorganisation, die Titelseite der aktuellen Mitgliederzeitschrift und einen großen Werbeaufsteller, den die Awo bei öffentlichen Präsentationen einsetzt. In den zurückliegenden Wochen ist Annerose Berger häufig auf der Straße angesprochen worden: Wir wussten ja gar nicht, dass du Motorrad fährst ...
Tut sie eigentlich auch nicht. "Ich hatte nie ein Motorrad", erzählt die 83-Jährige. "Allerdings bin ich immer gerne mitgefahren." Einmal im Jahr machen Verwandte und Freunde aus Chemnitz auf ihren Trikes - dreirädrigen Motorrädern - bei ihr Station. "Natürlich habe ich da auch schon mal draufgesessen", meint Annerose Berger. "Diesen Samstag kommen sie wieder vorbei. Ich freue mich schon darauf."
Die AWO, auf der sie für die Arbeiterwohlfahrt gesessen hat, gehört Bernd Sieber, dem Ehemann einer Awo-Mitarbeiterin. Die Maschine ist Baujahr 1952, hat 250 Kubikzentimeter Hubraum und zwölf PS. Lederjacke und Lederhaube steuerten andere Mitarbeiter bei. Den Slogan "Awo ist mehr als Motorradfahren", erklärt Geschäftsführer Wilhelm so: "So wie das Motorrad Menschen bewegt, sind auch wir in ständiger Bewegung und bieten von der Schwangerschaftsberatung bis zur Altenhilfe Unterstützung an."

