Menschenleer statt Wintersporttrubel: Der Skihang am Lößnitzer Hirnschädel kann derzeit nicht künstlich beschneit werden.
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Defekthexe setzt Schneekanone mitten im Winter außer Gefecht
Skihang am Lößnitzer Hirnschädel ist außer Betrieb
Lößnitz. Obwohl ideale Bedingungen für Wintersport herrschen, steht der Skilift am Hirnschädel in Lößnitz still. Dabei könnten die Schneekanonen angesichts der Minusgrade auf Hochtouren laufen. "Aber Anfang Januar ging eine Hochdruckpumpe kaputt, die das Wasser von der Zisterne auf die Kanonen verteilt", sagt Lutz Hambeck, Vorsitzender des Alpinen Ski- und Sportvereins, der als Betreiber den Lift seit Jahren wartet und pflegt.
Reparatur lohnt sich nicht
In unzähligen Stunden sorgen an sich rund 60 Ehrenamtliche für eine gute Piste. "Beim Ausbau der 500 Kilogramm schweren Pumpe half uns eine Firma aus Lößnitz. Dann schafften wir sie in eine Werkstatt. Eine Reparatur lohnt sich jedoch nicht, wie wir Ende Januar erfuhren", so Hambeck. Die acht Jahre alte Pumpe auf Vordermann zu bringen, würde 8000 Euro kosten - und eine neue 9500€Euro. Ein Angebot aus Italien erwies sich als preiswert.
"Wir würden das Teil notfalls selbst abholen, damit in den Ferien der Skilift läuft. Aber das Geld fehlt", sagt Matthias Häußler, der der Stadtverwaltung die Misere am 30. Januar per Mail mitteilte. Die Vereinsrücklagen aus der vorigen Saison reichen gerade so für Versicherung, Steuern, Strom und Wartung. "Wir hoffen auf kommunale Hilfe. Am Freitag gab es ein positives Telefonat", so Hambeck.
Ohne Schnee kein Liftbetrieb
Während der Ratssitzung vor genau einer Woche sprach Bürgervertreter Hans Mühlberg (SPD) das Lift-Problem an. Die Diskussion fand nicht-öffentlich statt. "Der Verein muss einen Antrag auf Unterstützung stellen", erklärte Bürgermeister Gotthard Troll (parteilos/CDU-Mandat) einen Tag später auf Nachfrage. Am Freitag betonte er, dass man in dringenden Fällen wie der Havarie auch unbürokratisch handeln könne. Erneuter Rückschlag: Am Montag erfuhr der Verein, dass die Pumpe erst Anfang März geliefert werden kann.
Schneit es nicht, dreht sich der Lößnitzer Skilift - eingeweiht 2003 - diesen Winter gar nicht. Dringend nötige Einnahmen fehlen dann, obwohl viel investiert wurde. In Summe rund 300.000 Euro, davon die Hälfte Fördermittel. "Hat der Verein kein Geld, greift die Stadt ihm finanziell unter die Arme", so Kämmerer Steffen Höll. Um Notlagen wie diese zu vermeiden, sucht der Verein seit 15 Monaten nach einer Lösung. "Mit einem Berater erarbeiteten wir einen Leistungserbringungsentwurf, der uns mehr Sicherheit bieten soll", sagt Häußler. Die Stadt als Eigentümerin des Areals soll den Liftbetrieb übernehmen. "Wir wollen uns mit Wissen und Stunden einbringen."
Neues Konzept in der Diskussion
Derzeit agiere der Verein wie eine Firma und muss wirtschaftlich arbeiten. Im Vorjahr wurde etwa der Pistenbulli generalüberholt. Hambeck: "Wir kommen stets gerade so hin, aber eine derart hohe Investition ist für uns nicht machbar."
Laut dem Lößnitzer Kämmerer Steffen Höll liegt der Stadt das Konzept des Vereins seit Herbst vor. "Alle weiteren Inhalte der künftigen Zusammenarbeit werden derzeit beraten", sagte er.



07:59 Uhr
eisfrei01: Hallo Schnee- und Skifreunde,
mit etwas "Kampfgeist" hätte man die paar 9500 Euro ja aus privater Hand vorfinanzieren können. Das Geld wäre sicherlich schnell über die (leider entgangenen) Einnahmen zurückgeflossen. Aber gut, ja kein Risiko eingehen und der Dinge harren, die da so kommen- oder auch nicht...
Ski heil!