Wasserwerke Bereichsmeister Ralf Seidel im Keller des Hochbehälters. Die Wasserkammern befinden sich hinter der Wand, vor der er steht. Drucksonden registrieren, wenn Wasser nach Schlema abgegeben wird. Fällt der Wasserspiegel, öffnet sich autoamtisch der Zulauf, um die Becken wieder zu füllen. Geht mehr Wasser als üblich ab, wird in der Leitzentrale Schwarzenberg Alarm ausgelöst: Es könnte der Hinweis auf einen Rohrbruch sein.

Foto: Lars Rosenkranz

Der Hochbehälter, der ein Tiefbehälter ist

Anlage der Wasserwerke in Bad Schlema erinnert an ein Labor - Am Montag kann sie besichtigt werden

Bad Schlema. Bad Schlema. Der Hochbehälter in Bad Schlema sieht von außen kein bisschen hoch aus. Ein kleines Haus aus grauem Stein, das sich an den Hang am Sportplatz duckt. Wer hinter die mannshohe blaue Stahltür blickt, erkennt jedoch, dass das Bauwerk seinem Namen durchaus Ehre macht: Im Innern führt eine Treppe nach oben, eine zweite in die Tiefe. Summa summarum ergibt das drei Etagen und somit doch einen recht hohen Behälter. Anlässlich des Weltwassertages am Montag kann sich jeder davon überzeugen. Die Wasserwerke Westerzgebirge öffnen die Anlage an diesem Tag für Führungen.

Was dem Besucher als erstes auffallen wird, ist vermutlich dies: Im Hochbehälter sieht es aus wie in einem Labor. Nicht weil Batterien von Reagenzgläsern oder Mikroskope herumstehen, sondern weil die gefliesten Räume so blitzeblank wirken, beinahe steril. "Wasser ist ein Lebensmittel, da muss es sauber zugehen", sagt Ralf Seidel, der Leiter des Meisterbereichs Trinkwasser Aue. Er trägt keinen weißen Kittel, sondern einen Blaumann, aber wenn die Besucher durch sind, wird er hier definitiv den Boden wischen.

Das Lebensmittel Wasser befindet sich in zwei Kammern, die an kleine Hallenbäder erinnern. Acht Meter breit, zwölf Meter lang, fünf Meter tief. Sie sind in den Hang gebaut, an dem das Gebäude steht, das damit eigentlich ein Tiefbehälter ist.

Der Zugang zu den Kammern befindet sich im ersten Stock hinter fest verschlossenen Glastüren, die vom Aussehen her Teil einer Luxus-Duschkabine sein könnten. Im Innern führt jeweils eine Leiter nach unten in die Becken. Sie wird benutzt, wenn Arbeiter der Wasserwerke die Behälter mittels Hochdruckreinigern säubern, was in regelmäßigen Intervallen geschieht.

"Sind die Kammern dann wieder gefüllt, wird das Trinkwasser einer Hygieneprüfung unterzogen", sagt Ralf Seidel. "Anschließend werden die Türen fest verschlossen und erst für die nächste Reinigung oder die nächste Kontrolle wieder geöffnet." Nichts soll ins Wasser gelangen. Um Insekten fernzuhalten, gibt es beispielsweise einen extra Filter, durch den jedes Luftmolekül muss, das von außen in die Kammern gesaugt wird, während diese sich entleeren.

Der Hochbehälter Bad Schlema ist Teil der Ringleitung Aue, die den Raum Schwarzenberg-Aue-Schneeberg mit Trinkwasser versorgt. Das Wasser, das hier gespeichert wird, stammt aus der Talsperre Sosa. Bis zu 440 Kubikmeter pro Tag ziehen die Schlemaer aus dem Hochbehälter, indem sie zuhause ihre Wasserhähne öffnen. Neben seiner Funktion als Trinkwasserspeicher kommt dem Hochbehälter die Aufgabe zu, den Wasserdruck zu mindern. Durch das beständige Gefälle zwischen Sosa und Bad Schlema kommt das Wasser hier mit einem Druck von etwa zwölf Bar an. Das ist beinahe das Doppelte dessen, was eine Ortsnetzleitung aushält.

"Im Hochbehälter kommt das Wasser erstmal zur Ruhe", erläutert Ralf Seidel. "Wenn es von hier aus abgegeben wird, muss sich der Druck neu aufbauen. Sechs bis acht Bar liegen danach in Schlema an.

Termin - Tag der offenen Tür im Hochbehälter

Der Hochbehälter Bad Schlema ist am Montag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Mitarbeiter der Wasserwerke Westerzgebirge erläutern die technischen Anlagen. Der Hochbehälter liegt unterhalb des Sportplatzes. Von der B 169 aus nimmt man den Abzweig in Richtung Tanzschule der Karo Dancers.

 
erschienen am 18.03.2010 ( Von Mario Ulbrich )
 
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