Der Tatort an der Schwarzenberger Straße in den Morgenstunden des 4. Mai.
Der Tatort an der Schwarzenberger Straße in den Morgenstunden des 4. Mai.

Foto: Härtelpress/Archiv

Ermittlungen gegen Polizisten wegen Schüssen auf Messerstecher von Aue

Mutmaßlicher Täter im Haftkrankenhaus - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schützen wegen Körperverletzung im Amt

Aue. Drei Monate nach der Messerattacke an der Schwarzenberger Straße in Aue befindet sich der mutmaßliche Täter noch immer im Haftkrankenhaus in Leipzig. Offenbar sind seine Verletzungen, die er durch die Schüsse eines Polizisten erlitten hat, schwerer als bislang angenommen. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Beamten.

Am 4. Mai war es in dem großen Mietshaus in Aue zu einem Übergriff auf eine Frau gekommen. Der 35-jährige Arbeitslose, der jetzt im Haftkrankenhaus liegt, stach damals auf die Mieterin ein, weil die sich vorher über dessen Lautstärke im Haus beschwert hatte. Die Frau wurde durch die Stiche lebensgefährlich verletzt. Dann ging der Täter auch auf die inzwischen eingetroffenen Polizisten mit einem Messer los. Ein Beamter wurde bei der Auseinandersetzung verletzt. Um den Angreifer unschädlich zu machen, feuerte ein Polizist - wie jetzt bekannt wurde - mindestens dreimal mit seiner Pistole auf den Mann. Dieser wurde dabei sowohl an den Beinen als auch im Oberkörper getroffen und schwer verletzt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Schützen wegen Körperverletzung im Amt. Das bestätigte am Freitag Staatsanwältin Ingrid Burghart.

Auch die Ermittlungen gegen den Messerstecher laufen noch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt allerdings nicht wegen versuchten Mordes, sondern lediglich wegen versuchten Totschlags. Ein Polizeisprecher sagte: "Die Mordmerkmale wie niedrige Beweggründe, Habgier oder Befriedigung des eigenen Geschlechtstriebs sind nicht zu erkennen." Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, ist noch unklar.

 
erschienen am 04.08.2012 ( Von Erik Kiwitter )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
5
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  • 05.08.2012
    23:17 Uhr

    rotblitzer: Ach du Scheisse, da hat sich doch ein Polizist erdreistet, eine Frau vor dem Tod durch einen durchgeknallten Typen zu retten. Und dieser A...h (der Täter), bekommt noch eine Behandlung zur Wiederherstellung seiner Gesundheit auf Kosten der Steuerzahler. Wie lange soll das in diesem, so genannten, Rechtsstaat noch gehen, bis endlich mal die Belange der Opfer über die der Täter gestellt werden??? Ich wünsche der Frau, die bei diesem Übergriff eines durchgeknallten Typen verletzt wurde, baldige Genesung. Dem Polizisten, welcher durch seine Schüsse aus der Dienstpistole auf den Täter (dafür ist ja eine Dienstpistole da, um Gefahr für Leib und Leben ab zu wenden ) abgegeben hat, wünsche ich weiterhin einen erfolgreichen Dienst und Gesundheit. Dem Verteidiger des Täters wünsche ich eine totale Niederlage im Prozess. Egal, in welchem Verhältnis Opfer und Täter zueinander standen. Niemand, aber auch wirklich Niemand hat das Recht dazu, einen Menschen körperlich zu verletzen oder gar zu Tode zu bringen. Das ist absolut unterste Schublade.

    0 1
     
  • 04.08.2012
    11:15 Uhr

    Jothade: Wir haben eben in Deutschland hohe Anforderungen an das Recht...

    Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden bei solch einem Vorfall automatisch in Gang gesetzt. Wenn in den Ermittlungen klar wird, dass der Beamte sich richtig verhalten hat (und ich bin nach der mir bekannten Berichterstattung der "FP" der Auffassung, seine Reaktion war geistesgegenwärtig, die einzig mögliche und rechtlich nicht zu beanstanden), werden die Ermittlungen mit Einstellung des Verfahrens enden.

    0 2
     
  • 04.08.2012
    11:11 Uhr

    resistless: In diesem Schurkenstaat möchte ich kein Polizist sein. In anderen Staaten würde man den Mann feiern, bei uns ist er der Arsch. Armes Deutschland.

    0 3
     
  • 04.08.2012
    11:07 Uhr

    RabenschwarzesICH: Mir wirds übel wenn ich schon die Überschrift lese: "Ermittlungen gegen Polizisten wegen Schüssen auf Messerstecher von Aue"
    Wozu in aller Welt statten man die Beamten mit einer Waffe aus, wenn die Benutzung Selbiger bei Gefahr für Gesundheit und Leben Anderer bzw. sich Selber im Dienst mit einer Ermittlung oder gar Bestrafung geahnet wird? Mich wundert es überhaupt nicht mehr, dass sich so wenig für den Beruf Polizist entscheiden. Man wird ja noch bestraft für die Auübung seines Dienstes .... Armes Deutschland .....

    0 4
     
  • 04.08.2012
    10:31 Uhr

    finnas: Ich kann es nicht glauben. Ein Mann sticht mehrfach auf eine Frau ein, weil sie sich über ihn beschwert hat. Er nimmt in Kauf, sie zu töten. Das ist dann laut Presse ein "Übergriff auf eine Frau". Und für die Staatsanwaltschaft ist das kein niedriger Beweggrund. Hätte der Beamte riskieren sollen schwer verletzt ins Krankenhaus zu kommen oder getötet zu werden ?
    Der Rechtsstaat macht mir Angst.

    0 5
     

 
 
 
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