Investor Jewgeni Ubykin aus Kasachstan, sein Geschäftspartner Hans-Ulrich Blankenbach aus Schneeberg und Planer Mike Groß aus Aue (v. l.) waren am Donnerstag Gäste der Stadtratssitzung in Eibenstock.
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Investor peilt Frühjahr für Baustart zu Millionen-Projekt an
Weg zum Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin bei Eibenstock scheint fast frei zu sein
Eibenstock. Jewgeni Ubykin hat sich am Donnerstagabend während der Ratssitzung in Eibenstock mit der Rolle des stillen Beobachters begnügt. Allerdings nicht etwa, weil er zu seinem ehrgeizigen Vorhaben, im Umfeld des Landhotels "Waldhausen" ein Zentrum für fernöstliche Wellness und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) zu errichten, nichts zu sagen hätte. Der 49-jährige Kasache zog es aufgrund seiner noch zu geringen Deutschkenntnisse vor, Geschäftspartner Hans-Ulrich Blankenbach aus Schneeberg und Planer Mike Groß aus Aue das Reden zu überlassen.
Was beide kundtaten, weckt am Auersberg große Hoffnungen. Offenbar sind fast alle bürokratischen Hürden übersprungen, die seit 2008 vor dem Investor und seinen Mitstreitern aufgetaucht waren. Die Probleme rührten nicht zuletzt daher, dass sich das rund 8,4 Hektar große Areal zum Teil auf geschützten Flächen befand und befindet. So dürfen laut Mike Groß 2,5 Hektar auch künftig nicht bebaut werden.
Ins Bockshorn jagen ließ sich Ubykin, der in Almaty - dem früheren Alma-Ata - ein großes Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärunternehmen führt, nicht. "Er hat sich ins Erzgebirge verliebt, will hier etwas aufbauen", sagte Hans-Ulrich Blankenbach, der den Kasachen seit acht Jahren als "seriösen und angenehmen Geschäftspartner" kennt. Vorbehaltlich einiger Förderzusagen kündigte Planer Groß den Baustart für das 20-Millionen-Euro-Projekt für Mai oder Juni an. Von da an blieben den Bauherren 18 Monate, das Projekt in die Tat umzusetzen. So steht es in dem Vertrag mit der Stadt Eibenstock, den die Bürgervertreter am Donnerstag abgesegnet haben.
In fünf Bauabschnitten sollen das Landhotel "Waldhausen" saniert, das TCM-Zentrum selbst samt Behandlungsräumen, Verwaltungsbereich und Apartments sowie insgesamt 40 kleinere Gebäude mit Ferienwohnungen errichtet werden. Geplant sind auch Außenanlagen mit chinesischem Garten, Erlebniswald und Saunahäuschen. Rund 400 Gäste kann die Einrichtung laut Groß nach der Fertigstellung aufnehmen.
Wie ernst es Ubykin, der nach Blankenbachs Worten einst in der kasachischen Basketball-Auswahl spielte, mit seinem Vorhaben in Eibenstock ist, zeige zum einen das Geld, das er schon in die Planung und in Vorarbeiten gesteckt hat. Zudem sei der Präsident der TCM-Weltorganisation, Professor Deng Liang Yue, als Pate gewonnen worden. "Und es sind bereits vier chinesische Ärzte für drei Jahre vertraglich gebunden. Sie lernen gerade Deutsch", so der Schneeberger. Ubykin selbst verbessere ebenfalls ständig seine Sprachkenntnisse. "Er hat ein Faible für gesunde Ernährung, mag deutsches Essen, deutsches Bier und schnelle Autos", berichtete Blankenbach am Freitag mit einem Augenzwinkern. Der Kasache sei verheiratet und habe drei Kinder. Seine Tochter Xenia zum Beispiel studiere derzeit in Dresden Management und Touristik. "Denn auch sie soll später mit eingebunden werden."
Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab zollte Investor Ubykin Respekt: "Er hat einen sehr, sehr langen Atem bewiesen." Mit dem jetzt vorliegenden Vertrag bürge er nun sogar für sein Vorhaben.


