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Schüler und Eltern reihten sich gestern früh demonstrativ vor der Grundschule in der Neustadt auf.

Foto: Ralf Wendland

Kampf um Neustadtschule kommt in Fahrt

Eltern im Lößnitzer Neubaugebiet baten gestern zum Fototermin. Weitere Aktionen sollten erst später folgen. Doch binnen Stunden war dieser Plan Makulatur.

Von Mario Ulbrich
erschienen am 16.03.2017

Lößnitz. Die Grundschule in der Lößnitzer Neustadt gestern früh, kurz vor Beginn der zweiten Stunde. Etwa 100 Schüler und Eltern reihen sich vor dem Gebäude auf, stellen sich demonstrativ vor ihre Schule.

"Ich bin als kleines Mädchen hier zur Schule gegangen, heute ist meine Tochter hier", sagt Stephanie Kreißig. "Die Schule liegt zentral, ist für die Kinder zu Fuß erreichbar. Berufstätige können den Frühhort nutzen. Es gibt eine Ganztagsbetreuung, kurz: es ist ideal. Wir wollen nicht, dass diese Schule geschlossen wird." Silke Beyer pflichtet ihr bei: "Ich hatte vier Kinder dieser Schule, und ich möchte, dass auch mein Enkel noch hier lernen kann."

Drei Grundschulen hat Lößnitz. Die in der Altstadt soll jetzt für 2,1 Millionen Euro saniert werden. Doch damit die notwendigen Fördermittel fließen, verlangt der Freistaat Sachsen, dass eine andere Grundschule geschlossen wird. Die in der Neustadt könnte es genauso treffen wie die im Ortsteil Affalter.

Dort zeigen Eltern seit dem Wochenende mit Dutzenden Transparenten an Gartenzäunen und Häusern Flagge fürs Überleben ihrer Schule. Mit dem Fototermin gestern wollten die Eltern der NeustadtSchule demonstrieren, dass sie genauso für die Grundschule in ihrem Stadtteil eintreten. "Mit weiteren Aktionen wollten wir eigentlich bis nach der Bürgerversammlung nächste Woche warten", sagt Ivonne Czekala, die Vorsitzende des Elternrats der Neustadt-Schule. "Denn noch ist ja nichts entschieden."

Im Laufe des Tages aber nahm der einmal losgetretene Protest eine Eigendynamik an, die nicht mehr zu stoppen war. Eltern starteten spontan eine Unterschriftensammlung auf dem Edeka-Parkplatz. An Häusern im Wohngebiet tauchten erste Transparente auf. Dann wurde entschieden, dass Kinder und Eltern am Samstag gemeinsam weitere Banner und Plakate gestalten sollen.

"Die Bäckerei Brückner, die eine Filiale im Edeka betreibt, stellt uns an diesem Tag Brötchen als Pausenverpflegung zur Verfügung. Die Leute vom Edeka, die Wohnbaugesellschaft - alle haben uns von sich aus ihre Unterstützung zugesichert", sagt Ivonne Czekala.

Frank Göldner, Fraktionschef der Linken im Lößnitzer Stadtrat, erklärt, warum das so ist: "Ohne die Grundschule können wir das Neubaugebiet zumachen. Dann fehlen uns bald junge Familien, und das heißt Mieter und Kunden. Darunter leiden Edeka, die Awo-Kindertagesstätte, die Wohnungsgesellschaften und auch die Fernwärmeversorgung Lößnitz, die hier ihren größten Absatzmarkt hat." Die Linke hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für das Neubaugebiet stark gemacht. Göldner stellte gestern aber auch klar: "Wir sind gegen jegliche Schulschließung. Keiner soll sagen, wir hätten etwas gegen Affalter."

Thomas Klug, der Vorsitzende des Kreiselternrates, sagte gestern, die Eltern der beiden Lößnitzer Ortsteile dürften jetzt nicht gegeneinander ausgespielt werden. "Wir werden helfen, ihre Aktionen zu bündeln. Es gibt Möglichkeiten, alle drei Grundschulen zu erhalten. Das habe ich gegenüber dem Kultusministerium bereits deutlich gemacht."

Die Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung findet am Dienstag, 19 Uhr in der Erzgebirgshalle statt. Dort soll über die Zukunft der Lößnitzer Schullandschaft informiert werden. Eingeladen sind alle Eltern.

 
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