Keine Eile bei Treff der Schnell-Ess-Giganten
Burger King hält sich mit Aussagen zu seinen Ansiedlungsplänen an der Lößnitzer Straße in Aue zurück - Stadtoberhaupt sieht es gelassen
Aue. Aue. Die Aufregung um einen drohenden Bu(e)rgerkrieg an der Lößnitzer Straße in Aue hat sich mittlerweile als ein Sturm im Wasserglas entpuppt. In der Münchner Deutschland-Zentrale des Schnellimbiss-Giganten Burger King jedenfalls hält man sich derzeit bedeckt, was die Ansiedlungspläne der Whopper-Truppe in der Erzgebirgs-Stadt angeht. Dabei schien einer fröhlichen Burger-Jagd Tür und Tor geöffnet, als Anfang des Jahres die Auer Bürgervertreter dem Chemnitzer Bernhard Freiberger sozusagen freie Hand gaben, die Pläne für eine Burger-King-Filiale auf dem 4500-Quadratmeter-Areal in unmittelbarer Nachbarschaft des Branchen-Konkurrenten McDonald's voranzutreiben.
Seitdem indes herrscht Ruhe in der Burger-Küche. Freilich: Auf die Vermutung, die King-Verantwortlichen im Bayerischen haben von den Schnellgastronomie-Plänen im Erzgebirgischen mal eben wieder die Finger gelassen, wollte man in München nichts geben. Allerdings hört sich die offizielle Verlautbarung aus München ziemlich nach einer unverbindlichen "Schau'n-mer-mal"-Erklärung an. Von einer langfristigen Expansions-Strategie ist da die Rede. Und dass deshalb mögliche Investitionsstandorte in ganz Deutschland internen Prüfungen unterzogen werden. Und wie das mit Interna eben so ist: "Über laufende Prüfungsverfahren gibt das Unternehmen aus Rücksicht auf alle Beteiligten derzeit keine Informationen weiter." Ganz hoffnungslos lässt man die erzgebirgische Whopper-Gemeinde dann doch nicht zurück: "Sobald eine Entscheidung für den Standort Aue fallen sollte, wird Burger King darüber informieren."
Traurigkeit ob des offenbar abgekühlten Interesses am kulinarischen Wettstreit zwischen den Schnell-Ess-Giganten macht sich bei Oberbürgermeister Heinrich Kohl deshalb nicht breit. "Ich weine nicht die ganze Nacht deswegen", zeigte sich das Stadtoberhaupt gelassen. Ohnehin sei der Bau einer weiteren Fix-mal-Essen-Stelle auf einer als Filetstück gehandelten städtischen Fläche ohnehin nicht das Nonplusultra. Das ist in Aue kein Geheimnis. Denn nicht umsonst hatten die Stadträte einst die Ansiedlung einer Tankstelle als erstrangiges Ziel für den Flächenverkauf an der Lößnitzer Straße formuliert. Und sind damit freilich erfolglos geblieben. Die Hoffnung ganz aufgeben will Kohl jedoch nicht. "Wir sind für jede Nutzung offen", umschrieb er seine Wünsche diplomatisch. Deshalb will er auch keine Eile an den Tag legen, um das Areal loszuwerden. "Im Moment frisst das niemandem etwas weg." Zudem könne man das Grundstück derzeit gut als Parkplatz für die Auer Fußball-Zweitliga-Gäste nutzen.


