Schon Anfang 2009 sah die Villa schäbig aus. Das Bild könnte genauso gut von heute sein. Es hat sich nichts geändert.
Foto: Publicpix (Archiv)
Kurort will um Villa kämpfen
Historisches Gebäude rottet seit Jahren vor sich hin
Bad Schlema. Jens Müller (Freie Wähler) will Ernst machen. "Wir werden mit juristischen Mitteln die Rückübertragung der Wilisch-Villa anstreben", kündigt der Bürgermeister von BadSchlema an. Damit will die Gemeinde das jahrelange Hick-Hack um das historische Backsteingebäude in der Nähe des Kurparks beenden.
Der Zwickauer Geschäftsmann Michael Lenk hatte die ehemalige Fabrikantenvilla 2006 von der Gemeinde gekauft. Nach eigenen Angaben wollte er dort eine Pension mit gastronomischen Einrichtungen einrichten. Doch seither ist dort fast gar nichts geschehen und das Haus verfällt mehr und mehr. Ein Feuer in der Neujahrsnacht 2008 - der Dachstuhl brannte damals komplett ab - verschärfte die Situation zusätzlich. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass fahrlässige Brandstiftung vorliegt. Ein Täter wurde nie gefunden.
Das Verhältnis zwischen Gemeinde und Lenk ist schon seit Jahren zerrüttet. Verschärft wird die Situation durch einen Gerichtsstreit zwischen beiden um Fördermittel, die für die Sanierung der Villa fließen sollten. Kürzlich fiel eine Entscheidung beim Landgericht. "Wir bekamen leider nur einen Teil unserer Forderungen zugesprochen", räumte am DonnerstagLenks Anwalt Knut Beyse ein. "Deshalb wollen wir vor dem Oberlandesgericht in Dresden in Berufung gehen." Ob die dortigen Richter den Fall zur Berufung zulassen, stehe allerdings noch nicht fest. Doch Beyse ist optimistisch. "Ich denke, wenn wir den Fall dort gewinnen, ist auch die Rückübertragung vom Tisch. Denn mein Mandant hält an seinen Plänen für die Wilisch-Villa fest."


