Die Walzhalla-Schnitzer Falk Germann, Klaus Walter und Hartmut Fiedler (v. l.) haben gezeigt, wie man mit der Kettensäge verschiedenste Objekte zaubert. 
Die Walzhalla-Schnitzer Falk Germann, Klaus Walter und Hartmut Fiedler (v. l.) haben gezeigt, wie man mit der Kettensäge verschiedenste Objekte zaubert.

Foto: R. Wendland

Kuttengrund in Lößnitz wird zur Festmeile - über und unter der Erde

Interessengemeinschaft Historischer Erzbergbau Lößnitz feiert 20-jähriges Bestehen

Lößnitz. Der Kuttengrund zwischen Lößnitz und Oberpfannenstiel ist das Revier der Interessengemeinschaft Historischer Erzbergbau Lößnitz. Genau dort haben die 23 Mitglieder und ihre Unterstützer am Samstag eine große Party gefeiert. Denn vor 20 Jahren hat sich der Verein gegründet. "Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz", sagte am Sonntag Vereinsvorsitzender Jens Hahn. Einige hundert Besucher seien da gewesen. "Da wir keinen Eintritt genommen haben, kenne ich die exakte Zahl nicht."

Es begann mit Pilzen

Schnitzer, Kettensägen-Schnitzer und Schmied haben im Kuttengrund ihre Kunst gezeigt. Hartmut Fiedler gehört zu den Walzhalla-Schnitzern, die Holz mit der Kettensäge bearbeiten. "Begonnen hat bei mir alles mit Pilzen und dann habe ich mich langsam an Figuren herangetastet", erzählt der 60-Jährige, der mittlerweile eine ganze Reihe an Objekten geschaffen hat.

Zentrum der Veranstaltung war der Reichenbach-Stolln, den der Verein teilweise für Besucher zugängig gemacht und Führungen ermöglicht hat. Dies war am Samstag das Revier von Eric Wolf, mit 20 Jahren einer der jüngeren Vereinsmitglieder. Er nahm Neugierige an die Hand und führte sie durch den Reichenbach-Stolln. "Es ist das Interesse am Altbergbau, das mich bewegt hat, dem Verein beizutreten", berichtet er. "Beim Salzmarkt in Lößnitz habe ich die Aktiven kennengelernt, habe eine Führung mitgemacht und bin hängen geblieben."

Führungen durch den Stolln

Das Fieber, das schon zuvor da war, hat ihn nun endgültig gepackt. "Bergbau ist ein Stück Heimatgeschichte, der Grundsatz unserer ganzen Kultur. Wenn man unter Tage die Arbeit sieht, die sich Bergleute früher gemacht haben, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ist das der Wahnsinn", erzählt der Oelsnitzer, der Maschinenbau studiert. Der 75-jährige Lößnitzer Klaus Leonhardt führte Besucher ebenfalls durch den Stolln "Die Stunden, die da drin stecken, die sieht man nicht."

Peter Nerger, einer der Besucher, ist begeistert: "Ich bin Museumsführer in der Silberwäsche in Antonsthal und von daher schon geimpft. Der Bergbau ist ein interessantes Feld." Wenn sich die Gelegenheit ergibt, ist der 61-jährige auf Bergbauspuren unterwegs. Rainer Gehlert aus Pfannenstiel war schon öfter im Kuttengrund: "Ich kenne die Anlage und jetzt zeige ich sie meinem Bruder." Der 63-Jährige bewundert und schätzt die Arbeit der Vereinsmitglieder: "Es ist die Freizeit der Leute. Als Besucher schaut man sich das Ganze ja nur an."

 
erschienen am 29.07.2012 ( Von Ralf Wendland )
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