Lauter muss den Gürtel enger schnallen

Ausgaben für Vereine und Feste auf dem Prüfstand

Lauter. Lauter. Trotz klammer Kassen will die Stadt Lauter den begrenzten Spielraum nutzen, um wichtige Investitionsvorhaben anzuschieben. Freiwillige Aufgaben hingegen kommen auf den Prüfstand.

Schweren Herzens hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung dem Haushalt für das laufende Jahr im Volumen von 6,5 Millionen Euro zugestimmt. "Es bringt nichts, schwarz zu malen", betonte Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler). "Sondern wir brauchen eine Satzung, die uns den nötigen Spielraum gibt."

2,2 Millionen Euro sind für Investitionen vorgesehen. Der größte Brocken wird für den Abriss des ehemaligen Schwerter-Emaillierwerks fällig. Anstelle des Schandflecks ist eine Erschließungsstraße samt Parkplätzen und Begrünung vorgesehen. Die rund 830.000 Euro teuren, über das GA-Programm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur zu 90 Prozent geförderten Bauarbeiten sollen noch im Frühjahr beginnen.

In die Stadtsanierung fließen etwa 350.000 Euro. So soll etwa die Marktgasse weiter verschönert werden. Auch das Konjunkturpaket ermöglicht weitere Anschaffungen. So soll die Mittelschule für etwa 139.000 Euro modernisiert werden, um den Brandschutzauflagen zu genügen. Und die Freiwillige Feuerwehr erhält endlich ein neues Löschfahrzeug.

Allerdings sinken die Schlüsselzuweisungen und die Einnahmen aus der Einkommenssteuer laut Kämmerin Barbara Weidauer im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15 Prozent. Auch bei der Gewerbesteuer rechnet die Kommune mit einem Rückgang. Zwar habe Lauter seine Rücklagen noch nicht gänzlich aufgebraucht und komme daher ohne neue Kreditaufnahme aus, müsse aber zum Ausgleich des Vermögenshaushalts 120.000 Euro entnehmen.

Auch den angehäuften Schuldenberg kann die Stadt nur scheibchenweise abtragen. "Die Tilgung der Kredite erfolgt auch 2010 planmäßig", versicherte Weidauer. Dennoch habe Ende des Jahres rein rechnerisch jeder Einwohner noch Schulden in Höhe von 655 Euro.

Sparen will die Stadt vor allem bei den freiwilligen Aufgaben. So müsse genau geschaut werden, ob die Vereine kommunale Einrichtungen weiterhin kostenlos nutzen können. Auch die Finanzspritzen für Vereinsarbeit stehen auf dem Prüfstand. Des weiteren sollen die Kosten für das Vugelbeerfast und den Fremdenverkehr nach Möglichkeit weiter nach unten geschraubt werden. Den Rotstift setzen die Verwaltungsmitarbeiter auch bei sich selbst an. Sie verzichten monatlich auf zwei Stunden Arbeitszeit und den entsprechenden Lohn.

 
erschienen am 08.03.2010 ( Von Susann Oertel )
 
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