Ein Bild aus unbeschwerten Tagen: Rafael Pachecolao und seine Freundin Marika Seifried im Urlaub auf der Insel Usedom im Jahr 2010. Da war an die schlimme Krankheit noch nicht zu denken.

Foto: privat

Leukämie: Erzgebirger wollen erkranktem Rafael helfen

In der Not ist auf die Menschen in der Heimat Verlass

Aue/Schwarzenberg. Der 14. Februar 2011 wird für Rafael Pachecolao unvergessen bleiben. Denn am Valentinstag erhielt der 23-Jährige die schlimme Nachricht, an einer aggressiven Form der Leukämie erkrankt zu sein. Seither ist nichts mehr so, wie es einmal war.

Dabei war der gebürtiger Erzgebirger gerade im Begriff, sein Leben nach seinen Vorstellungen zu starten. In Berlin, in seinem Wunschberuf als Ergotherapeut. Doch der Reihe nach. Rafael Pachecolao stammt aus Aue. Sein Vater war Kubaner, musste jedoch nach Ablauf des Visums zurück in sein Heimatland. Doch ist Rafael ein echter Erzgebirger, wie er sagt. Er blieb mit seiner Mutter in Aue, wuchs hier auf, besuchte die Albrecht-Dürer-Schule, späterhin auch das Clemens-Winkler-Gymnasium. Lutz Pörnig, Lehrer für Mathematik am Gymnasium, erinnert sich sofort an ihn. Er hat ihn in Informatik unterrichtet.

Rafael wollte nicht studieren, sondern eine Berufsausbildung machen. Also zog er nach Klasse 10 für sich den Schlussstrich am Gymnasium. Seiner Freundin Marika aus Bernsbach, die er 2004 an der Schule kennengelernt hatte, blieb er allerdings treu. Bis heute. Seit 2006 sind beide ein Paar. Marika, ebenfalls 23 Jahre, absolviert derzeit eine Ausbildung im Handel. Und Rafael ist inzwischen ausgebildeter Ergotherapeut, hat sich diese Ausbildung selbst finanziert. 2009 sind beide nach Berlin gezogen, da ihnen dort der berufliche Einstieg gelang. Und nun diese Diagnose.

Er fühlte sich schlapp und matt. Deshalb ging er zum Arzt. "Als ich nach dem Bluttest wieder in die Praxis kam, guckten mich die Schwestern schon so eigenartig an", erinnert er sich. Die Diagnose war ein Schlag. "Mir liefen die Tränen, aber weinen konnte ich nicht. Ich stand unter Schock." Kurz danach war er bereits auf dem Weg in die Klinik. Mittlerweile hat er sechs Blöcke Chemotherapie hinter sich, und dabei etliche Komplikationen überstanden. Im Moment geht es ihm "relativ gut", wie er am Telefon sagt. Seine Zuversicht ist frappierend.

Heiko Schmuck und Anja Lehmann, zwei junge Geschäftsleute aus Schwarzenberg, haben von Rafaels Schicksal gehört und wollen helfen. Schon seit zwei Jahren engagieren sie sich für die Deutsche Knochenmarkspende (DKMS). Mit ihr gemeinsam wollen sie nun eine Typisierungsaktion in der Region auf die Beine stellen, um einen geeigneten Spender für den 23-Jährigen zu finden. Über Ina und Uwe Seifried, Marikas Eltern in Bernsbach, haben die Schwarzenberger von Rafael und seiner Krankheit erfahren. Und auch, dass in der Hauptstadt bereits eine Typisierung gelaufen ist. Doch mit äußerst geringer Resonanz.

"Da muss geholfen werden", sagt Heiko Schmuck und kann bereits den Termin für eine Typisierung nennen. Am 8. Oktober, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr, besteht an der Albrecht-Dürer-Schule Aue die Möglichkeit, sich über eine Speichelprobe testen zu lassen. Die Johanniter-Unfallhilfe begleitet die Aktion.

 
erschienen am 20.09.2011 ( Von Beate Kindt-Matuschek )
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