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Vertreter aller drei Elternräte demonstrierten gestern Nachmittag vor dem Lößnitzer Rathaus für den Erhalt ihrer Schulen.

Foto: Ralf Wendland

Lößnitz: So können alle drei Grundschulen überleben

Vor der Bürgerver- sammlung heute Abend haben sich die drei Elternräte verbündet. Auch der Kreiselternrat steht hinter ihnen.

Von Mario Ulbrich
erschienen am 21.03.2017

Lößnitz. Vor einer Woche sah es so aus, als würden die Eltern der drei Lößnitzer Grundschulen alle ihr eigenes Ding machen. Der Ortsteil Affalter hing voller Protestplakate, während die Eltern aus der Neustadt noch abwarten wollten und sich die Vertreter der Altstadt zurückhielten, weil ihre Schule von einer drohenden Schließung nicht betroffen ist.

Inzwischen hat sich das Bild gewandelt: Banner auch in der Neustadt, und die Elternräte aller drei Grundschulen wollen an einem Strang ziehen. Gestern Nachmittag schickten alle drei Räte mehrere Vertreter, die vor dem Rathaus ein großes Transparent entfalteten: "Drei Grundschulen für unsere Stadt, drei Konzepte für unsere Kinder". "Wir wollen, dass alle drei Einrichtungen bestehen bleiben", sagt Ivonne Czekala, die Elternratsvorsitzende der Neustadt-Schule.

In einer Bürgerversammlung heute Abend will die Stadtverwaltung Varianten aufzeigen, wie die Lößnitzer Schullandschaft in Zukunft aussehen könnte. Zuletzt hatte der Freistaat Sachsen der Kommune die Pistole auf die Brust gesetzt: Will sie Fördermittel für die fest eingeplante Sanierung der Altstadt-Schule haben, muss sie eine andere Grundschule schließen. Thomas Klug, Vorsitzender des Kreiselternrats Erzgebirge, hat deswegen bereits im Kultusministerium interveniert. "Anfang Januar hatte uns Kultusministerin Brunhild Kurth mitgeteilt, dass es in Sachsen keine weiteren Schulschließungen mehr geben werde. Daran messen wir sie."

Klug nennt auch eine Möglichkeit, wie nach Meinung des Kreiselternrats alle drei Lößnitzer Grundschulen überleben können, obwohl die vom Freistaat geforderten Mindestschülerzahlen vielleicht nicht in jedem Stadtteil erreicht werden: "Einen gemeinsamen Schulbezirk bilden und an jeder Schule nur einzügig unterrichten." Also jeweils nur eine erste Klasse einschulen.

Dies dürfte auch eine der Varianten sein, die die Stadtverwaltung heute vorstellt. Diese Lösung war bereits für die Fusion von Aue, Bad Schlema, Schneeberg und Lößnitz zur Einheitsstadt Silberberg gefunden worden. Das Konzept wurde unter Federführung der Lößnitzer Vertreter ausgearbeitet, nur ging es damals um die Erhaltung aller Grundschulen der Silberberg-Partner.

Der Kreiselternrat sieht noch eine weitere Alternative - die sogenannte Campuslösung. "Dabei würden Grundschule und die Oberschule in der Altstadt zu einem Campus zusammengefasst, die Neustadt-Schule wird Außenstelle, die Grundschule Affalter bleibt selbstständig", erläutert Thomas Klug. "Das spart Verwaltungskosten."

Die Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung findet heute, 19 Uhr in der Erzgebirgshalle statt. Dort soll über die Zukunft der Lößnitzer Schullandschaft informiert werden. Eingeladen sind alle Eltern.

 
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