Botschaft ohne Wirkung: In Schneeberg laufen Papiercontainer, die eigentlich für den Müll der Mieter von der Wohnungsbaugesellschaft gedacht sind, regelmäßig über. Fremde entsorgen Kartons und Pappen.
Foto: Carsten Wagner
Mülltouristen lassen Blaue Tonnen überquellen
In Schneeberg laufen Papiercontainer der Wohnungsbaugesellschaft über
Schneeberg. Peter Stimpel ist sauer. Denn Papiercontainer, die für den Müll der Mieter von der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Bergstadt Schneeberg mbH gedacht sind, werden von Fremden gefüllt. Der Geschäftsführer der WBG vermutet als Ursache die neue Form der Papierentsorgung seit Anfang des Jahres.
Stimpel glaubt, dass Unternehmer die Tonnen als kostengünstige Entsorgungsvariante nutzen. "Seit es die Blauen Tonnen gibt, die jeder Privathaushalt haben sollte, müssen Unternehmer für die Entsorgung des Papiers bezahlen", so Stimpel. Zudem hätten nicht alle Eigenheimbesitzer Blaue Tonnen beantragt, die für Privatleute kostenlos aufgestellt und regelmäßig entleert werden. "Sie nutzen lieber unsere Sammelstellen. Das geht nicht."
Die Tonnen seien auf die Zahl der Mieter berechnet - zehn Liter pro Person. "Wenn Fremde dort ihr Papier entsorgen, laufen die Tonnen über." Oder noch schlimmer: Große Pappen und Kartons werden daneben abgelegt und somit unerlaubt entsorgt. Das seien keine Einzelfälle. "Wo so etwas einmal anfängt, kommen immer mehr Verunreinigungen hinzu", ärgert sich Stimpel. Massiv ist das Problem auf dem Containerplatz an der Gottlieb-Heinrich-Dietz-Straße. Da der Platz nah an der Straße liegt, ist er mit dem Auto gut erreichbar. "Wir können es natürlich nicht hundertprozentig beweisen. Aber wir haben mehrfach beobachtet, welche Papiermengen dort von Fremden eingeworfen werden."
Um das Problem in den Griff zu kriegen, will die WBG in Abstimmung mit dem Zweckverband für Abfallwirtschaft nun Abhilfe schaffen. "Wir stellen die Container dezentraler auf und lassen nicht zu, dass wir den Müll für Dritte auf Kosten unserer Mieter beseitigen", so Stimpel. Die Bewohner der Alten Siedlung dürfte es freuen. Denn dezentraler heißt in diesem Fall, dass die Container näher an die Gebäude rücken - das bedeutet kürzere Wege. "Allerdings müssen dafür Flächen geschaffen werden, die für andere Dinge verloren gehen."

