Nach monatelangem Streit schöpft Albernau vage Hoffnung
Abwasser-Zweckverband Zast hat Willen bekundet, bis Ende März 2011 einen Kompromiss zu finden
Schneeberg/Albernau. Schneeberg/Albernau. Am Ende war er einigermaßen zufrieden, Ulrich Busch, der Sprecher der Bürgerinitiative Albernau. "Die Verbandsräte haben uns zugehört, haben uns versichert, dass sie eine Einigung mit uns erzielen wollen", bilanzierte Busch, "mehr war eigentlich auch nicht zu erwarten."
Die Bürgerinitiative ringt seit geraumer Zeit mit dem Zweckverband Abwasser Schlematal Zast. Bei der fraglichen Verbandsversammlung hatte der Vorsitzende Frieder Stimpel den Willen zum Kompromiss bekundet. Bis Ende März 2011 will er eine Lösung finden. Wie diese aussehen könnte, dazu war allerdings nichts zu vernehmen. Stimpel: "Wo wir uns treffen, vermag ich nicht zu sagen."
Im Kern geht es darum, wie die Albernauer Abwässer künftig geklärt werden. Nachdem der Freistaat Sachsen eine Förderrichtlinie geändert hatte, sah sich der Zweckverband gezwungen, das noch nicht an zentrale Abwasserkanäle angebundene Örtchen als "dezentral" einzustufen. Dies läuft letzten Endes darauf hinaus, dass jeder Grundstückseigentümer des Zschorlauer Ortsteils selbst eine eigene vollbiologische Kleinkläranlage betreiben muss. Und zwar spätestens ab Mitte 2015, wie der Freistaat Sachsen verlangt.
Also drängt die Zeit. Dennoch lehnt die Bürgerinitiative diese so genannte "Einzellösung" ab. Und biss bei der Geschäftsleitung des Zast mit ihrer Meinung bislang mehr oder weniger auf Granit.
Daraufhin hatte Busch große Hoffnungen auf die Verbandsversammlung gesetzt. Warum aber zum bereits im September eingereichten Positionspapier der Initiative auch im obersten Gremium des Zast noch keine Stellungnahme zu vernehmen war, erklärt dessen neuer Geschäftsführer Lothar Marohn mit der Komplexität der Materie: "Man kann auch nicht so einfach sagen, ob eine Kleinkläranlage teuer ist oder nicht. Haben Sie einen Haushalt mit acht Personen, gibt es nichts billigeres: Alle Kosten gehen durch acht. Muss einer alle Kosten tragen, sieht das schon anders aus."
Jedenfalls hoffen die Albernauer auf die Solidarität der Vertreter der Mitgliedskommunen Aue, Schneeberg, Bad Schlema, Lößnitz, Zschorlau, Sosa und Bockau. Sie wollen nicht einsehen, dass sie im Wortsinne dafür zahlen sollen, nur weil ihr Dorf noch nicht angebunden war, als die Richtlinie geändert wurde. "Man kann doch dafür die Ortsteile nicht verantwortlich machen", findet auch Zschorlaus Bürgermeister Wolfgang Leonhardt (CDU), der selbst in der Verbandsversammlung Sitz und Stimme hat.
Der Verband wiederum argumentiert bislang, dass ihm schlicht die Mittel für eine eigene größere Investition in Albernau fehlen. Allerdings stellt sich das Problem nicht nur dort. Auch der Lößnitzer Ortsteil Affalter war noch nicht angebunden und musste dann als dezentral eingestuft werden. Auch von dort sind erste Stimmen zu vernehmen, die damit verbundene Kosten als ungerecht empfinden. Folglich war es denn auch der Lößnitzer Bürgermeister Gerhard Troll (CDU), der den Albernauern Mut zusprach: "Wir sind sensibilisiert. Und werden die Sache sehr ernst nehmen."


