Jens Brückner, Jürgen Tröger und Colin Höppner (von links) gehören zu den Stützengrüner Skivereinsmitgliedern, die bei den Arbeiten in den vergangenen drei Jahren kräftig mit Hand anlegten Jens Brückner, Jürgen Tröger und Colin Höppner (von links) gehören zu den Stützengrüner Skivereinsmitgliedern, die bei den Arbeiten in den vergangenen drei Jahren kräftig mit Hand anlegten.

Foto: Eberhard Mädler

Nachwuchs setzt zu großen Sprüngen an

Die modernste Jugendschanze Sachsens wird am Samstag in Stützengrün eingeweiht

Stützengrün. Innerhalb von drei Jahren haben Mitglieder des Skivereins Stützengrün (SVS) das gesamte Skisprung-Areal erneuert. Nun kann auch dort endlich nach den Vorgaben des Internationalen Skiverbandes (FIS) gesprungen werden.

"Unseren Nachwuchssportlern ermöglichen wir damit einen einfacheren Wechsel hin zum Leistungssport", erklärt Toni Schröder, der Vizechef des SVS. Als großes Vorbild diente die Vogtlandarena im nahen Klingenthal. Einer der dortigen Projektanten hat auch in Stützengrün seine Handschrift hinterlassen.

Das gesamte Profil des Bakkens ist jetzt viel flacher. Dafür wurden 2000 Kubikmeter Erdmassen bewegt: Der Auslaufbereich wurde bis auf dreieinhalb Meter Tiefe ausgegraben und der Aufsprunghang dafür um fünf Meter aufgeschüttet. Schröder: "Dies wurde notwendig, weil nun auch der gesamte Anlauf länger ist." Dies wiederum hat man durch den Bau eines zusätzlichen Turmes erreicht. Aus Holz gefertigt ragt er 14 Meter in die Höhe. Er ist direkt mit dem bisherigen stählernen 8-Meter-Turm verbunden, der sandgestrahlt wurde und einen frischen Farbanstrich erhielt. Die Sportler müssen auf ihrem Weg zur Anlaufluke nunmehr beide Konstruktionen passieren.

"Neue Holztürme für Schanzen werden weltweit kaum errichtet", erläutert Schröder. "Man habe sich in Stützengrün aber wegen des Preises für diese Variante entschieden. Für Schröder als Tischlermeister sei dies zudem auch eine fachliche Herausforderung gewesen. Eine neue Stahlkonstruktion für den Turm hätte die Kosten für das lang gehegte Vereinsvorhaben wohl verdoppelt. Tatsächlich hat der federführende Skiverein nun 200.000 Euro für die Rekonstruktion seines Aushängeschildes investiert. Zuschüsse kamen von Land, Kreis, Kommune und Sponsoren. Einen Großteil der Umbauarbeiten haben die Vereinsmitglieder selbst geschultert. Stattliche 5000 freiwillige Arbeitsstunden sind dabei zusammengekommen. Mit angepackt wurde etwa beim Aufstellen des Holzturmes. "Aufgrund des unwegsamen Geländes konnten wir dafür keinen Kran heranfahren", schildert Schröder. "Dadurch war viel Muskelkraft gefragt."

Eine große Helferschar gab auch dem Auslauf ein völlig neues Aussehen. So wurden die komplette Holzbande an den Außenseiten erneuert und über 3000 moderne Kunststoffmatten verlegt. Damit ist in Stützengrün nun auch die einzige ganzjährig nutzbare Schanze im Altlandkreis Aue wieder nutzbar - und sie hat jetzt sogar gleich drei verschiedene Bakken zu bieten. Neu hinzugekommen ist eine Mini-Schanze, die Sprünge bis auf zehn Meter zulässt. Auf der Kinder-Schanze kann man jetzt bis zu 20, statt wie bisher nur 15 Meter weit fliegen. Und auf der großen Jugendschanze sind bis zu 35 Meter möglich. Der bisherige Schanzenrekord lag bei 28 Metern.

Service

Zeitplan für die Einweihungsfeier. Samstag: 12.30 Uhr erster Wettkampf um den Sachsencup. Sportler aller Jahrgänge ab Altersklasse 8 sind am Ablauf. Als Ehrengast hat sich Richard Freitag aus Breitenbrunn angesagt, der derzeit erfolgreichste deutsche Skispringer. Sonntag: Ab 14 Uhr gibt es ein Schnuppertraining auf der kleinen Schanze. Daran können alle Kinder mit eigener Alpin-Ski-Ausrüstung teilnehmen.

 
erschienen am 22.06.2012 ( Von Eberhard Mädler )
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