Mit seinem Lied in der Morning-Show hat Moderator und Sänger Horst von Radio Hamburg große Empörung ausgelöst.
Radiotext aus Hamburg löst in Aue Wellen der Empörung aus
Motivationslied für HSV sollte lustig gemeint sein - Doch ist Inzest zum Lachen?
Aue/Hamburg. "Wenn du aus Aue kommst, sind deine Eltern wohl Geschwister." Diese Liedzeile schallte aus vielen Radios in und um die Hansestadt Hamburg. Radio Hamburg will die Spieler des abstiegsgefährdeten Fußballvereins HSV mit dem Song motivieren, die Klasse zu halten. Sonst müssten die Kicker in die "Provinz" fahren. Beispielsweise nach Aue. Und dort - dies sagt der Text eigentlich aus - ist Inzest an der Tagesordnung. Dresden, Aachen und Ingolstadt bekommen zwar ebenfalls ihr Fett weg, aber längst nicht so krass.
"Auch schlechter Geschmack hat seine Grenzen", sagt dazu Aues Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU). Selbst wenn er in einer christlichen Partei ist: Die andere Wange hält er nicht hin. Statt dessen hat er einen Brief an die Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein geschrieben. "Der Inzest-Bezug verletzt bei aller szeneüblichen Derbheit sämtliche Grenzen selbst des schlechten Geschmacks und erfüllt offensichtlich strafrechtlich relevante Sachverhalte", so der Rathaus-Chef und fährt fort: "Deswegen wird eine landesmedienrechtliche Überprüfung beantragt."
Der Auer Oberbürgermeister ist nicht der einzige, dem das Motivationslied von Radio Hamburg sauer aufstößt. Der FC-Erzgebirge Aue hat darauf gedrungen, dass das Lied beim Internetportal Youtube nicht mehr gezeigt wird. Allerdings will der Verein mit dem ganzen Thema so wenig wie möglich zu tun haben. "Kein Kommentar!", dies ist der einzige Kommentar von Pressesprecher Peter Höhne.
Im Internet geben sich die Menschen weniger zugeknöpft. "Als HSV-Fan sehe ich überhaupt keinen Grund, mich durch das Lied beleidigt zu fühlen - als Einwohner von Aue würde ich das möglicherweise anders sehen", heißt es in einem Forum. Oder: "Witzig finde ich das jetzt nicht unbedingt, aber jeder hat halt seinen eigenen Humor. Mit der Zeile über Aue ist Horst jedoch weit übers Ziel hinausgeschossen."
Mittlerweile sind sogar Morddrohungen gegen Sänger Horst beim Sender eingegangen. "Er hat jetzt rund um die Uhr einen Bodyguard und wir haben Strafanzeige erstattet", sagte gestern Martina Müller, Pressesprecherin von Radio Hamburg. "Allerdings kamen die meisten wütenden Reaktionen nicht aus Aue, sondern von HSV-Fans."
Immerhin: Der Sender ist gestern zurückgerudert. "Wenn du aus Aue kommst, geh doch im Erzgebirge wandern", heißt es jetzt in der, so Horst, "politisch korrekten Fassung". Übrigens hat sich der Moderator sogar ausdrücklich bei den Bewohnern von Aue entschuldigt. "Ich habe nie gedacht, dass der Song dort überhaupt gehört wird."
Die "politisch korrekte" Version des Songs:


20:58 Uhr
mittelpunkt: gelapp. erzgebirger und nichts anderes...
21:38 Uhr
Matthias1: @Pixelghost:
Wo der Sitz von Springer ist, ist doch egal. Jedenfalls produzieren die im Springer-Hochhaus noch immer genug Mist, auch wenn die Polit-Redaktion nach Berlin umgezogen ist. Und das Abendblatt kommt sowieso von dort. Beide zusammen sorgen jedenfalls dafür, dass sich ein tiefes Nivau im Hamburger Journalismus eingeschlichen hat, was sicher mitursächlich für dumme Beleidigungen ist. Aber zu diesem tiefen Niveau der Hamburger Presse gesellt sich nun eben auch noch ein Niveauverlust beim Hamburger Fußball.
@ Mittelpunkt: Selbstverständlich heißt der Gebirgsbewohner "Gebirgler" - hier lohnt schon ein Blick in den Duden!
18:34 Uhr
mittelpunkt: mir sei keene arzgebirgLer! gibt doch auch keine magdeburgLer, bayerLe oder schwabLe...
11:43 Uhr
gelöschter Nutzer: @Matthias1, Sie fabuliern über "journalistische Anforderungen" und wissen selbst nicht einmal, dass das Verlagshaus der BILD und deren Hauptredaktion seit 2008 in Berlin und nicht mehr in Hamburg zu finden ist.
Welches Nivau ist höher, das Ihres Wisses oder das des HSV?
20:40 Uhr
Matthias1: Der Hamburger Schnösel-Verein muss sich halt damit abfinden, dass er (zunächst in die zweite, bald schon in die dritte Liga) absteigt. Da müssen sie dann einfach ein paar Arzgebirgler anpöbeln. In Sachsen gibt es solche Ausfälligkeiten auch - aber man sendet sie nicht im Radio. Aber was für journalistische Anforderungen will man schon erwarten aus einer Stadt, in der die Bildzeitung (und das mit ihr verwandte Abendblatt) zu Hause ist?
Der Hunde-Sport-Verein arbeitet sich langsam aber sicher auf Regionalliga-Niveau vor. Die Fans sind längst schon so weit.