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Ingo Edelmann zeigt das Rundsieb für China.

Foto: Carsten Wagner Bild 1 / 2

Riesige Rundsiebe drehen sich weltweit - sogar für Banknoten

Sie sind ein wichtiges Teil für die Pappenherstellung. Mit Hilfe dieser Siebe aus Schwarzenberg wird in China Papier "geschöpft", aus dem am Ende Geldscheine werden.

Von Beate Kindt-Matuschek
erschienen am 19.04.2017

Schwarzenberg. Wer die Hammerstraße im Schwarzenberger Stadtteil Sachsenfeld entlang fährt, glaubt spätestens nach dem Garagenkomplex auf der linken Seite: Da kommt nix mehr. Auch der Zustand der Straße lässt vermuten, dass hier nichts mehr kommen kann. Doch das täuscht.

Auf dem Gelände der ehemaligen Pressspanfabrik Untersachsenfeld arbeitet seit 2014 wieder eine Firma, die ihre Produkte weltweit vertreibt: die Maschinenfabrik Raschau. Als Nachfolgeunternehmen der Firma "F. H. Riedel Maschinenfabrik Raschau", gegründet 1877, blickt das Unternehmen in diesem Jahr auf eine 140-jährige Firmengeschichte. Seit 1920 werden in der Firma riesige Rundsiebzylinder hergestellt, die hauptsächlich in der Pappen- und Papierproduktion zum Einsatz kommen. "Unsere Rundsiebe sitzen in Trögen und werden vom ,Faserbrei' umspült. Auf den Sieben setzen sich dann die feinen Fasern fest und werden von Filz angedrückt und ausgepresst - oder ,abgegautscht', wie es in der Fachsprache heißt", erklärt Geschäftsführer Ingo Edelmann. Je nach gewünschter Papierstärke geht das von 60 bis 100 Gramm Flächengewicht. "In manchen Maschinen laufen bis zu zehn solche Zylinder."

Ergo arbeitet die heute zehnköpfige Mannschaft als Zulieferer für Papiermaschinenhersteller. "Unsere Produktpalette umfasst Rundsiebzylinder für nahezu jeden Anwendungsbereich", so der Chef, der erst vor wenigen Tagen von einer Reise aus den USA zurückkam. Die Firma hat nicht nur dort Kunden, sondern auch in China. "Dieses Teil geht nach China", sagt Edelmann und streicht mit der Hand über das haarfeine Sieb, mit dem ein großer Zylinder bezogen ist. "Damit wird Papier hergestellt für Banknoten, also Geldscheine", weiß er um die Verwendung dieses Teils, das zur Auslieferung fertig scheint. Etwa zehn Rundsiebzylinder werden pro Jahr im Werk gefertigt. In Handarbeit, versteht sich. Mehr als vier Tonnen Gewicht bringt ein solches Sieb auf die Waage. "Der bislang größte im Werk gefertigte Rundsiebzylinder hatte einen Durchmesser von 1,5 Metern bei 4,5 Metern Länge", weiß Werner Egemann, Edelmanns Vorgänger. Der heute 74-Jährige schaut immer mal wieder "in seinem Betrieb" vorbei und bringt noch immer sein Fachwissen ein.

Nachdem beim Hochwasser 2002 die ehemalige Pressspanfabrik Untersachsenfeld massiv geflutet wurde und einen wirtschaftlichen "Totalschaden" erlitt, wurde in den Jahren 2004 bis 2006 eine neue Produktionshalle an dem Standort errichtet. "Doch die Pressspan musste kurz darauf Insolvenz anmelden", sagt Edelmann, der 2007 die Maschinenfabrik am alten Standort in Raschau übernommen hatte und auf der Suche nach einem größeren Firmenstandort war. Er kannte die Gegebenheiten in Untersachsenfeld und wollte das gesamte Gelände kaufen. Doch der Insolvenzverwalter hatte die Liegenschaft bereits nach Polen veräußert. Von einer dortigen Immobilienfirma konnte Edelmann zumindest die Halle und einen Teil des Grundstücks zurückkaufen. Die Liegenschaft wurde gesplittet, heute gibt es noch zwei weitere Unternehmen am Ende der Hammerstraße.

 
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