Siegerin Torey Wils präsentierte ihr Lieblingsbuch "Hanni und Nanni". Die Mittelschülerin hat sich zusammen mit der Gymnasiastin Tjorven Sperlin für den Bezirksausscheid qualifiziert.
Foto: .Lars Rosenkranz
Schneeberger Mädels lesen am besten
Tjorven Sperlin und Torey Wils aus dem Ortsteil Neustädtel gewinnen Kreisausscheid
Aue. Zwei Mädels aus Schneeberg-Neustädtel haben am Samstagvormittag in Aue den Wettbewerb "Jugend liest" in der Stadtbibliothek gewonnen. Tjorven Sperling und Torey Wils, jeweils für die Wertungskategorie "Gymnasium" beziehungsweise "Mittelschule" angetreten, haben die Jury überzeugt. Diese musste die Vorträge von insgesamt acht Teilnehmern bewerten. Dabei galt es im ersten Teil, ein Buch der eigenen Wahl vorzustellen und eine Passage zu lesen. Tjorven hatte sich für "Verrückt nach Emma" entschieden, ein Geschenk ihrer Oma, dessen Lektüre ihr viel Spaß bereitet hat. Torey wählte "Hanni und Nanni", das ihr eine Freundin geliehen hatte.
In der zweiten Hälfte des Ausscheides wurde es schwieriger, denn da ging es um die möglichst fehlerfreie Wiedergabe eines unbekannten Textes. Monika Prager, Leiterin der Auer Stadtbibliothek, hatte dafür das Buch "Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft!" ausgewählt - dieser Stoff ist kindgemäß, lustig und kommt ohne Fremdwörter aus.
Siegerin Tjorven Sperlin stellte das Buch "Verrückt nach Emma" vor.
Foto: Lars Rosenkranz
Trotzdem merkte man bei einigen Teilnehmern, dass ihnen die unbekannte Literatur schwerer über die Lippen ging als das, was sie selbst ausgewählt und einstudiert hatten. Einzig Torey Wils bewerkstelligte den zweiten Lesestoff besser als ihren selbst gewählten- was kurios scheinen mag, doch die Schneebergerin erklärte sich das dadurch, dass ihr der Inhalt "einfach gut lag".
Der Lese-Wettbewerb wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert und unterstützt (in Aue: Bücher-Walther) und richtet sich ausschließlich an Schüler der sechsten Klasse. Denn das ist nach Auffassung von Fachleuten das beste Alter, um Lesen an sich zu fördern und generelles Interesse für Literatur zu unterstützen. Außerdem hat das Ganze einen sehr praktischen Aspekt: Fehlerfrei lesen zu können, ist heute bei nahezu allen Ausbildungsberufen eine Grund- voraussetzung.
Der Ausscheid beginnt jeweils ab Herbst in den Schulen. Die Sieger messen sich zu Frühlingsbeginn dann auf Kreisebene. Allerdings war der Auer Wettstreit auf Schulen des Altlandkreises begrenzt, weil er sonst die räumlichen und zeitlichen Bedingungen gesprengt hätte. Fast zwanzig Zuhörer verfolgten gespannt die Interpretationen, derweil Kita-Chefin Gabi Schmidt, Museumsleiter Ralf Petermann und Bürgermeister Jörg Hilbig eifrig Tabellen mit Wertungspunkten füllen mussten. Zähler gab es für Textgestaltung, Lesetechnik und Textverständnis - das heißt: Es kam auf fehlerfreies Vorlesen an, gute Betonung und deutliche Aussprache.
Bemerkenswert war, dass sich nur Mädchen für die Teilnahme auf Kreisebene qualifiziert hatten. Dies sei aber nach Erfahrungen von Monika Prager in diesem Alter normal. Jungs würden damit eben später anfangen. Tjorven und Torey sind nun eine Stufe weiter gerückt; haben sich für den Bezirksausscheid qualifiziert. Vielleicht wählen sie ja dafür ein Buch aus, das sie sich von ihrem Sieger-Scheck über jeweils zehn Euro in einem Fachgeschäft der Region kaufen.


