Die stillgelegte Köhlerei an der Talsperre Sosa soll aus ihrem Winter- und Dornröschenschlaf erwachen.
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Umweltgutachten macht Weg für Museumsköhlerei frei
Ortschaftsrat hat Einrichtung einer Schauköhlerei zu einem Hauptziel im Dorf erklärt
Sosa. Es war ein großer Schlag für die Gemeindeväter von Sosa, als vor reichlich einem Jahr einer von zwei Holzverschwelungsbetrieben im Ort seine Tore schloss. Sosa, das mit seiner Vergangenheit als Köhlerdorf wirbt, hatte einen seiner touristischen Anziehungspunkte verloren. Ralf Marggraf, der frühere Betreiber der Köhlerei und Vorsitzende des Köhlervereins Erzgebirge, brachte dann die Idee einer Schauköhlerei ins Spiel, die auf dem Gelände des geschlossenen Betriebs öffnen soll. Die Chancen auf eine Realisierung dieses Plans sind mittlerweile gut.
Am Dienstagabend hat sich der Sosaer Ortschaftsrat einstimmig zu dem Vorhaben bekannt. "Die Museumsköhlerei könnte touristisch ein richtiger Knaller werden", meinte Ortsvorsteher Oliver Ternick. Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab sagte dem Ortsteil die Hilfe der Stadt zu. So soll die Schauköhlerei durch den Köhlerverein und den Verein der Bergbrüder Sosa betrieben werden, die das ehrgeizige Ziel aber nicht alleine stemmen können. "Daran wird es nicht scheitern", erklärte Staab. Schon in der Vergangenheit hatte die Stadt einer Reihe von Vereins-Projekten mit einer Anschubfinanzierung auf den Weg geholfen.
Das größte Hindernis für die Wiedereröffnung des Geländes an der Trinkwassertalsperre Sosa ist inzwischen aus dem Weg. Das vom Landratsamt in Auftrag gegebene Umweltgutachten hat zwar ergeben, dass der Boden durch die jahrelange Köhlerei mit Holzteer verunreinigt ist. Diese Belastung sei jedoch nicht so groß, dass eine Gefahrenabwehr notwendig sei, teilte Udo Kolbe, Abteilungsleiter Umwelt im Erzgebirgskreis, mit. Vor allem aber: Es spreche nichts gegen einige wenige Schauvorführungen pro Jahr.
Das geplante Museum soll den Zusammenhang zwischen Bergbau und Köhlerhandwerk darstellen. Eine ständige Holzverschwelung ist nicht vorgesehen. Nur ein-, zweimal im Jahr soll ein traditioneller Erdmeiler entzündet werden. Unlängst hatte auch die Landestalsperrenverwaltung (LTV) erklärt, dass man darin keine Gefahr für das Trinkwasser der Talsperre Sosa sehe.
Trotzdem gibt es noch eine Unwägbarkeit. Neben dem Köhlerverein haben auch mehrere Privatleute Interesse an dem Gelände angemeldet. Die Bewerber wollen dort wieder gewerblich Holzkohle herstellen. Der Staatsbetrieb Sachsenforst, dem das Areal gehört, ist daran durchaus interessiert, und es ist eine offene Frage, wie gut ein neuer Unternehmer und der Köhlerverein miteinander auskommen würden.
Horst Escher, Abteilungsleiter Staatswald im Forstbezirk Eibenstock, bekräftigte indessen, dass Sachsenforst nicht vorhabe, den Pachtvertrag mit dem Köhlerverein zu lösen. Sollte es wieder einen gewerblichen Betreiber geben, müsse dieser lediglich angepasst werden.
Die Landestalsperrenverwaltung freilich ist gegen die industrielle Holzverschwelung in Gewässernähe. Das Umweltamt des Erzgebirgskreises hat noch nicht entschieden, ob noch einmal ein professioneller Köhlerbetrieb an der Trinkwassertalsperre genehmigt wird.


