So sehen die Röhrchen des Filters im Querschnitt aus. Das Wasser fließt in die sichtbaren Löcher hinein, muss aber durch die Seitenwandung wieder heraus, deren Öffnungen nur Hundertstelmikrometer misst.
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Wasserwerke machen Jagd auf Pantoffeltierchen
Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge erneuert Hochbehälter
Aue-Schwarzenberg. Die Röhrchen sehen aus wie frisierte Trinkhalme, mit sieben Löchern statt nur einem. Sie sind die Herzstücke eines Filtersystems, das der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) in diesem Jahr erstmals in einer seiner Trinkwasseraufbereitungsanlagen einsetzen will. Der Hochbehälter auf dem Eichert in Aue wird in zwei Bauabschnitten für insgesamt 2,7 Millionen Euro modernisiert. "Die Besonderheit dabei wird das Ultrafiltrationsverfahren sein", sagt Norbert Conrad, Bereichsleiter Trinkwasser des ZWW.
Im Rohwasser, das den Speicher erreicht, schwimmen Bakterien, Viren und Parasiten - zum Beispiel mikrometerkleine Pantoffeltierchen. Deshalb wird das Trinkwasser im Wasserwerk für gewöhnlich mit ultraviolettem Licht bestrahlt. "Das schädigt die Erbinformation", erläutert Conrad. "Die Kleinstlebewesen können sich dadurch nicht mehr vermehren." Aber natürlich sind sie noch im Wasser drin, das durch die Leitungen in die Haushalte strömt.
Viren sind zu dick
Die neue Filtertechnik soll damit Schluss machen. Hier kommen die Röhrchen ins Spiel. Tausende bilden einen Filterblock. Das Wasser wird in die Röhrchen gepumpt, kann sie aber nur durch die Wandung wieder verlassen. Deren Material ist nicht dicht, sondern eine Membran aus Millionen feinster Poren. Jede Pore misst nur einen Hundertstel Mikrometer. "Ein Virus ist mehr als doppelt so groß, ein Pantoffeltierchen sogar einige tausendmal dicker", erläutert Norbert Conrad. "Die bleiben einfach im Filter hängen, weil sie nicht durch die Poren passen."
Dank der neuen Ultrafilter soll der Hochbehälter auf dem Eichert künftig das sauberste Trinkwasser im ganzen Erzgebirge abgeben. "Er wird sogar deutschlandweit eines der modernsten Wasserwerke sein", ist ZWW-Geschäftsführer Frank Kippig überzeugt. Künftig will der Verband auch andere große Hochbehälter mit den Filtern ausrüsten.
Speicher wird auch vergrößert
Der Hochbehälter Eichert versorgt rund 8500 Einwohner in der Auer Innenstadt mit Trinkwasser, dazu mehrere Betriebe. Während des Neubaus, der im April beginnt, soll sein Fassungsvermögen von derzeit 500 Kubikmeter auf 1004 Kubikmeter vergrößert, die Versorgungssicherheit dadurch erhöht werden. Perspektivisch sollen weitere Haushalte im Auer Zentrum an den Speicher angeschlossen werden.
Laut Kippig saniert der ZWW pro Jahr anderthalb Hochbehälter. Im Jahr 2012 gibt der Verband dafür 2,14 Millionen Euro aus. Zum ersten Bauabschnitt auf dem Eichert kommen der Abschluss der Arbeiten am Hochbehälter Webersberg in Schönheide sowie eine Druckerhöhungsanlage in Bermsgrün hinzu. Die Bauarbeiten auf dem Eichert sollen im Sommer 2013 beendet werden.


