Heinz Neubert aus Lichtenau nennt eine der schnellsten Brieftauben Deutschlands sein Eigen. Sie gehörte zu jenen 250 Tieren, die am Wochenende in Hundshübel bei der 49. Regionalverbandsschau zu sehen waren.
Foto: Publicpix
Züchter küren Schnellste und Schönste
Rassiges Federvieh: Brieftauben bevölkerten in Hundshübel die Käfige - In Griesbach und Lindenau gab's Geflügelschauen
Hundshübel/Schneeberg. Allein mit Schönheit kommt eine Brieftaube nicht weit. Sie muss vor allem auf dem schnellsten Weg heimwärts fliegen können. Tiere, die das bestens beherrschen, sind am Wochenende im Gasthof "Zur alten Linde" in Hundshübel ausgestellt worden.
Tolle Resonanz auf Vortrag
Bei der 49. Regionalverbandsschau präsentierten 47 Halter aus 23 Brieftaubenzuchtvereinen 250 Tiere. Die Vereine sind in neun Reisevereinigungen (RV) des Regionalverbands mit 428 Mitgliedern organisiert. Acht RV - etwa Aue, Elstertal, Göltzschtal-Erzgebirge, Freiberg-Sachsen, Zwickau und Stollberg - waren in Hundshübel dabei. "Zwölf Flüge sind es pro Jahr", so Ausstellungsleiter Andreas Dorn vom RV Aue.
Pro Wettflug gibt es Punkte. Dafür werden die Tauben zu einem bis zu 700 Kilometer entfernten Ausgangspunkt gebracht. Wer am schnellsten den heimischen Schlag erreicht, hat gewonnen. Dorn: "Das wird über Antennen gemessen." Für eine Strecke von 600 bis 700 Kilometer seien acht bis zehn Flugstunden eine gute Zeit, so Udo Brückner aus Olbernhau. Der Vorsitzende des hiesigen Regionalverbands war mit der Resonanz auf das Schau-Wochenende in Hundshübel zufrieden.
Vor allem das Forum mit Experte Heiko Göbel aus Köln erwies sich als Besuchermagnet. "Etwa 130 Züchter reisten zu dem Vortrag an", so Eberhard Baumann, Chef der RV Aue. Hiesige Halter warteten mit tollen Ergebnissen auf. So waren die 6. und die 10. Ass-Taube Deutschlands zu sehen. Will heißen: Diese Tiere zählen zu den schnellsten der Republik. Sie stammen aus dem Taubenschlag von Heinz Neubert aus Lichtenau und seiner Enkelin Annabell.
Den Instinkt des Heimfindens und die Nestliebe - ähnlich wie bei wilden Zugvögeln - besitzen Brieftauben von Haus aus. "Das liegt ihnen im Blut", so Udo Brückner. Die Züchter versuchen, die besten Gene zu kombinieren. "Gäbe es das nicht, gäbe es irgendwann keine Brieftauben mehr." Die RV Aue als Gastgeber in Hundshübel schnitt super ab. Vor allem Dieter Viertel heimste viele Preise ein. Er zeigte unter anderem den besten Standardvogel (männliches Tier) und war bester Aussteller mit fünf Tauben nach Standard-Punkten. Aber auch seine RV-Kollegen Heinz Neubert, Friedhold Riedel und Volker Stoll nennen prämierte Tiere ihr Eigen.
Letzte Schau und viele V-Tiere
Weniger Leistung, dafür ein perfektes Äußeres zählte in Schneeberg bei zwei Ausstellungen von Rassegeflügelvereinen. Bei der Schau im Ortsteil Lindenau, der sich die Neustädtler Züchter wie seit 2007 erneut anschlossen, waren 127 Tiere zu sehen. Über die Höchstnote "vorzüglich" freuten sich Karl Müller (Deutsche Trommeltaube), Jürgen Preiß (Modeneser Schitti) und Gerd Goldmeier (Modeneser Gazzi). "Der Samstag war super besucht", so Karl Müller. Wermutstropfen: Es war die vorerst letzte Geflügelschau in Lindenau. "Uns fehlen junge Leute. Wir pausieren. Es geht nicht anders." Beteiligen wolle man sich aber weiterhin an Ausstellungen in der Region. "2014 feiern wir 125-jähriges Bestehen - und hoffen, dass es den Verein dann noch gibt."
Im nahen Griesbach, ebenfalls ein Ortsteil von Schneeberg, sind die Züchter noch besser aufgestellt. Darunter ein deutscher Meister: Den Titel erhielt Jost König bei der Bundesschau in Leipzig für Altenburger Trommeltauben. Platz 1 und 2 der Vereinsmeisterschaft 2012 ging an Conrad Schmidt mit schwarzen (95,25 Punkte) und doppelt-gesäumten Zwerg-Barneveldern (94,83) vor Günter Lenk als Drittem, der New Hampshire (94,75) züchtet. Ebenfalls "vorzügliche" Tiere - teils sogar mehrere - zeigten in der Gaststätte "Goldene Höhe" am Wochenende Jens Meyer (Italiener), Jost König (Zwerg-Brahma/Altenburger Trommeltauben), André Martin (Antwerpener Bartzwerge) sowie Ulrich Schmidt (Kupfergimpel). Zehn von 190 Tieren erhielten die Bestnote.


