Katrin Unger, Schülerin der Goetheschule Breitenbrunn, überzeugte die Juroren. Sie las aus ihrem derzeitigen Lieblingsbuch "Ich bin hier bloß die Katze" und siegte souverän.
Foto: Katja Lippmann-Wagner
Die Katze bringt Katrin den Sieg
Sechstklässlerinnen haben beim Kreisausscheid die besten Vorleser gekürt
Aue/Schwarzenberg. Katrin Unger war innerlich sehr aufgeregt. "Man merkt ihr das aber nicht an", sagt Papa Lutz, der gemeinsam mit seiner Frau Beate zum Daumendrücken in die Stadtbibliothek Aue gefahren war. Ihre Tochter, die die Goetheschule Breitenbrunn besucht, hatte - nach eigener Aussage - kalte und nasse Hände.
Trotzdem ließ sich die Hobbyschauspielerin nicht schrecken. Sie nahm ihr derzeitiges Lieblingsbuch "Ich bin hier bloß die Katze" und begeisterte die Jury. Die Entscheidung sei diesmal nicht sehr schwer gefallen, hieß es anschließend. Katrin habe alle vier Juroren gleichermaßen überzeugt, denn auch den Pflichttext meistert die Sosaerin mit Bravour. Sie musste als Sechste und damit als letzte Mittelschülerin ran, hatte also genug Gelegenheit zu schauen, wie es ihre Mitbewerberinnen machten.
Knapper ging die Entscheidung beim Kreisausscheid des Vorlesewettbewerbs bei den Gymnasiasten aus. Klara Schahan vom Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium siegte vor Judith Salomon vom Winkler-Gymnasium Aue und wird zum Bezirksausscheid fahren. "Ich lese sehr gern spannende Bücher", sagt Klara Schahan, deren Lieblingsschriftstellerin Federica de Cesco ist. Da sie aus ihrem Buch "Das Mondpferd" bereits im Schulwettbewerb gelesen hatte, fiel dieses für den Kreisausscheid flach. Also entschied sich Klara für "Hände weg von Mississippi" von Cornelia Funke.
Der Wettbewerb, der sich an Sechstklässler richtet, ist eine Aktion des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. In Aue wurde er durch das Buchhaus an der Schneeberger Straße in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek veranstaltet. Die Mädchen hatten sich zuvor bereits an ihren Schulen durchsetzt. Nadja Krämer aus Bad Schlema hatte sich für Gregs Tagebuch entschieden, welches als eine Art Comic geschrieben ist. "Es hat keine schwierigen Wörter, deshalb habe ich es genommen." Nadja hatte als Glücksbringer ein kleines Schäfchen dabei.
Anika Günther wählte ein trauriges Buch. "Mein Bruder Charlie" von Michael Morpurgo erzählt eine Geschichte, die im 2. Weltkrieg spielt. "Mein Herz hat ganz schnell geschlagen. Ich habe es vermasselt", sagt Anika, die eher selten liest. Ganz anders bei Lilly Ficker aus Bernsbach. Sie greift sogar selbst zum Stift und bringt "lustige Geschichten mit ein bisschen Spannung" zu Papier. Das Lampenfieber sorgte bei ihr für Bauchschmerzen, kalte Hände und Sprachlosigkeit. "Lilly ist normalerweise ein kleines Schnatterinchen. Doch heute Früh war sie verstummt", stellte Mama Cornelia fest.
Eine richtige Leseratte ist Judith Salomon. Die Elfjährige steckt zirka vier Stunden am Tag ihre Nase in Bücher, mehr als 100 Stück hat sie gemeinsam mit ihrem älteren Bruder zuhause. "Ich muss sogar aufpassen, dass ich nicht die Zeit verpasse und meine Hausaufgaben vergesse."


