Da war alles noch in Ordnung: Thorsten Hoyer an der "Saigerhütte" Olbernhau, wo er am Donnerstag von Markus Gorny mit alkoholfreiem Bier sowie Wurst und Obst begrüßt wurde. Doch dann kam der Dauerregen... Da war alles noch in Ordnung: Thorsten Hoyer an der "Saigerhütte" Olbernhau, wo er am Donnerstag von Markus Gorny mit alkoholfreiem Bier sowie Wurst und Obst begrüßt wurde. Doch dann kam der Dauerregen...

Foto: K. Hahn

Extremtour endet nach 164 Kilometern

Thorsten Hoyer brach sein Projekt Kammweg nonstop wegen schlechten Wetters ab

Oberwiesenthal. Kräftiger Dauerregen und zeitweise noch Sturm: Das war zu viel. In einer Schutzhütte nahe Johanngeorgenstadt hat Thorsten Hoyer am Freitagnachmittag seine Extremwanderung auf dem Kammweg abgebrochen. Eigentlich wollte er mindestens 250 Kilometer schaffen, ohne zwischendurch zu schlafen. Doch nach 164 Kilometern entschloss er sich dazu, sich abholen zu lassen. Die widrigen Witterungsbedingungen in der vorangegangenen Nacht waren der Auslöser.

Die hatte es wirklich in sich. "Es schüttete ja oft wie aus Eimern", schilderte der 43-Jährige am Telefon. "Als ich am Freitagfrüh den Fichtelberg hinauflief, hatte ich schon ein echtes Motivationstief. Ich war pitschnass." Doch nach einem Pott mit heißem Kaffee, der ihm im Fichtelberghaus spendiert wurde, ging es ihm besser.

Dennoch: Alle drei Paar mitgenommenen Socken waren durchweicht. Das galt auch für Schuhe und Kleidung - "obwohl ich sehr gut ausgerüstet bin", sagte Thorsten Hoyer. Doch irgendwann gelange auch das beste Material an seine Grenzen. Hinzu kam, dass es nicht nur regnete. "Als ich noch in der Nacht unterwegs zum Bärenstein war, stürmte es." Nebel kam auf, was die Konzentration erschwerte. Aber der Thüringer, der nachts mit Stirnlampe läuft, hielt durch. Auch am Freitagnachmittag war er unschlüssig, ob er wirklich aufhören sollte. Schließlich siegte die Vernunft. "Ich habe drei offene Wunden an den Füßen. Und es schüttet schon wieder wie aus Kannen. Es hat keinen Sinn mehr weiterzulaufen."

Gestartet war der Erfurter am Donnerstag, 6 Uhr in Geising. Es ging zunächst nach Holzhau, Sayda und Seiffen und von dort bis Olbernhau, wo er an der "Saigerhütte" einen "total netten Empfang" erlebt habe. Weitere Etappen führten ihn unter anderem nach Satzung, zum Bärenstein und zum Fichtelberg sowie von dort aus nach Breitenbrunn und Johanngeorgenstadt.

Nonstop-Wanderungen ohne Schlaf sind für Thorsten Hoyer nichts Neues. Er war dafür zum Beispiel in Island unterwegs. "Meine Erfahrung ist, dass nach zirka 60 Stunden die Kraft weg ist." Diesmal war eher Schluss. "Solch anhaltendes schlechtes Wetter hatte ich noch nie."

Ursprünglich wollte der Erfurter sogar den ganzen Kammweg angehen - auf 289 Kilometern zwischen Geising im Osterzgebirge und Blankenstein in Thüringen. "Aber die Höhenmeter haben es in sich", sagte er. Bis Freitag schaffte er fast 4700. Ein Ziel der Tour war im Übrigen, ein Hilfsprojekt für kenianische Kinder bekannter zu machen.

 
erschienen am 01.06.2012 ( Von Annett Honscha )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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