Einbruch-Werkzeuge Mit diesem Werkzeug wurde am 13. Januar 2012 in eine Zahnarztpraxis in der Stollberger Ernst-Thälmann-Straße eingebrochen. Die Polizei spricht von einer wertvollen Spur.

Foto: Andreas Tannert

Fahndung nach den Zahnarzt-Räubern

Ein sonderbarer Einbruch in eine Stollberger Zahnarztpraxis bleibt rätselhaft

Stollberg. Stollberg. Eine heiße Spur kann zum Beispiel aus diesen Elementen bestehen: Ein kleines orangefarbenes Brecheisen, vier Zangen, ein Schraubenzieher, zwei Schraubschlüssel. Dazu zwei Paar Arbeitshandschuhe, ein schwarz-gelb- gestreifter Stoffbeutel, ein blauer Turnbeutel mit blauem Kordelzug. Sind das die Tatwerkzeuge, mit denen dreiste Einbrecher jüngst in eine Zahnarztpraxis in Stollberg eingestiegen sind? Und: Wird ihnen diese möglicherweise heiße Spur bald zum Verhängnis?

Die erste Frage beantwortet die Polizei mit Ja. "Wir werten noch Spuren an den Werkzeugen aus. Aber wir gehen jetzt schon davon aus, dass das Werkzeug von den Tätern ist", sagt Polizeisprecher Frank Fischer. Die zweite Frage - nach der Ergreifung der Langfinger wegen dieser heißen Spur - will und kann der Polizist jetzt natürlich noch nicht beantworten.

Der sonderbare Fall selbst hat sich am 13. Januar 2012 zugetragen. An jenem Abend sind der oder die Täter offenbar zwischen 20.30 Uhr und 21.45 Uhr, so glauben es die Ermittler nach heutigem Wissensstand, in eine Zahnarztpraxis an der Ernst-Thälmann-Straße eingestiegen. Die Einbrecher hatten mehrere Türen gewaltsam geöffnet und dann die Praxisräume durchsucht.

Die Beute des Raubzuges ist aber fast schon lächerlich: Die Langfinger entwendeten zwei Päckchen Kaffee - und einen Zehn-Liter-Kanister, gefüllt mit dem Desinfektionsmittel "Eco-Spray AF Lemon".

Fischer: "Insgesamt hat das Diebesgut einen Wert von etwa 50 Euro. Aber: Mit geschätzten 1600 Euro beträgt der entstandene Sachschaden ein Vielfaches des Wertes der Beute." Die Frage ist: Was haben die Täter wirklich gesucht an jenem Abend des 13. Januars? Oder sind sie nur planlos in die Praxis eingestiegen? Polizeisprecher Fischer hat zumindest eine Theorie. "Es ist verstärkt zu beobachten: Seit es die Praxisgebühr gibt, denken offenkundig viele Diebe, es liegt sehr viel Geld in den Arztpraxen", sagt Fischer. Und ergänzt: "Das ist aber ein Irrtum."

Er fügt noch hinzu, dass Täter mit dieser Denkweise eher nicht zu den professionell agierenden Langfingern gehören würden. Diese Theorie wird auch gestützt durch die Art und Weise, wie sich die Täter ihrer Werkzeuge entledigten. Denn schon am Tag nach dem Einbruch haben die Ermittler diese gefunden: in einer Mülltonne des vom Einbruch betroffenen Wohn- und Geschäftshauses an der Ernst-Thälmann-Straße.

Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 037296 900 entgegen.

 
erschienen am 21.02.2012 ( Von Jan Oechsner )
 
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