Festhalle in Annaberg-Buchholz erfüllt Erwartungen nicht
Angebot an Veranstaltungen ist für viele enttäuschend - Tanzabende werden vermisst
Annaberg-Buchholz. Das hatte sich manch einer anders vorgestellt: Als vor inzwischen mehr als drei Jahren die Runde machte, dass die Festhalle in Annaberg-Buchholz wieder belebt werden soll, waren insbesondere ältere Einwohner der Kreisstadt von diesem Gedanken begeistert. Eine Welle der Euphorie schwappte den Machern entgegen. Als dann bekannt wurde, dass das Unterfangen 2,6 Millionen Euro verschlingen wird, relativierte sich manches. Heute - knapp ein Dreivierteljahr nach der Wiedereröffnung - sind viele Bürger gar enttäuscht, "weil nichts los ist". Vornehmlich werden Tanzabende vermisst, mit denen sich die Festhalle "im ersten Leben" weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht hatte.
René Beyer ist einer der Kritiker. Zwischen 1984 und 1990 hat er selbst in der Festhalle gearbeitet - im Bereich Gastronomie und Technik. "Was ich gar nicht verstehen kann, ist, dass weder an den Weihnachtsfeiertagen noch an Silvester eine Tanzveranstaltung angeboten wurde. Die Erwartungshaltung der Annaberger war sehr hoch und konnte bis heute nicht erfüllt werden", findet Beyer deutliche Worte.
Frank Langer, Vorstand der Festhallen-Genossenschaft, die als Betreiber fungiert, will das so natürlich nicht stehen lassen. "Wir finden, dass das Veranstaltungsangebot 2012, im Mai war ja erst Eröffnung, auf keinen Fall dünn gewesen ist. Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres war die Festhalle an 32 Tagen belegt. In der Kürze der Zeit war nicht mehr möglich", sagt er. Außerdem sei die Genossenschaft nur Vermieter der Festhalle. Sie führe selbst fast keine eigenen Veranstaltungen durch. Insofern würden all diejenigen, die auf von der Genossenschaft organisierte wöchentliche oder monatliche Tanzabende hoffen, auch künftig enttäuscht bleiben. "Wir sehen unsere Aufgabe etwas anders gelagert. Und zwar in der Schaffung einer Plattform, dass solche Veranstaltungen durchgeführt werden können." Praktisch bedeute das, jeder Eventmanager sei angesprochen, etwa Tanzabende oder andere Events in dem ehemaligen Kulturtempel der Kreisstadt auf die Beine zu stellen.
Für dieses Jahr sehe es aber schon besser aus. So stehe mit der 1. Annaberger Partynacht am 13. April eine Tanzveranstaltung auf dem Programm. Eine weitere folge eine Woche später mit einem Benefiz-Abend. Über die Agentur Erzart, die sich inzwischen um die Vermietung der Festhalle kümmere, liefen zudem Gespräche mit Veranstaltern sogenannter Ü-30-Partys. Darüber hinaus seien dieses Jahr unter anderem ein Konzert mit den Randfichten sowie ein Kindertheater geplant.
Keine konkrete Aussage macht Langer zur ursprünglich geplanten Gaststätte an der Festhalle. Er sagt lediglich: "Das Gastronomieangebot in Annaberg ist sehr vielfältig. Die Besitzer oder Pächter von Gaststätten kämpfen täglich um ihre Existenz. Noch eine Gaststätte mit Tagesangeboten würde die Situation nicht verbessern." Ob die einstigen Pläne auf Eis liegen, bleibt somit unbeantwortet. Unabhängig davon will die Genossenschaft "alles daran setzen, eine funktionierende und praktikable Lösung für einen Küchentrakt zu schaffen". Das bedeute aber eine sechsstellige Investition.
Darüber hinaus muss die ehrenamtlich tätige Genossenschaft noch für alle anderen anfallenden Kosten der Halle wie Strom, Heizung, Wasser, Versicherung, Reinigung, Wartung, Reparaturen und Personal aufkommen, betont Langer. So besagt es der Vertrag über die Überlassung und Nutzung der Festhalle, den die Stadt per 1. Oktober 2012 mit der Genossenschaft abgeschlossen hat. "Damit hat sie das Objekt mit allen Rechten und Pflichten übernommen", sagt Stadtsprecher Matthias Förster. Alle baulichen Restleistungen seien inzwischen abgeschlossen.


14:34 Uhr
Rolf75: Wobei man sagen muss, wenn man sich das Programm für dieses Jahr anschaut, gibt es immerhin ein Event zu Sylvester und auch in der eher trüberen Jahreszeit im Herbst wird recht viel geboten. Vielleicht bekommen sie es ja doch noch hin.
14:15 Uhr
christa: Ich, (1963 in Annaberg geb.). habe wohl noch die "Glanzzeiten" der "alten" Festhalle miterlebt. Soweit ich mich erinnern kann, war da eigentlich immer etwas los. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich im Internet vom Umbau und Wiedereröffnung der Festhalle gelesen habe. Aber so wie es aussieht und ich es aus den Kommentaren meiner Vorgänger entnehmen kann: guter Plan und sonst...- "außer Spesen nichts gewesen". Schade.
00:05 Uhr
fp2012: @Deluxe:
Das befürchte ich auch. Da ist kein Konzept, da ist nix. Ohne vernünftige Gaststätte, nur mit Pseudocatering, das wird nix.
Guter Ansatz, schlecht umgesetzt.
Schade. Ich war früher gerne dort.
17:46 Uhr
aussaugerges: Genau die Hallen sind genauso eine Fehlinvestition wie die Spaßbäder in Adorf, Auerbach (Vogtland) für immer zu.
Und noch viele mehrin Sachsen.
Übrigens Hallen:
Wenn ich nur bedenke wieviel Müllhallen abgebrannt sind.
Es müssen um die 45 gewesen sein in Sachsen.
Millionen verbrannt.
21:09 Uhr
Deluxe: In spätestens 2 Jahren ist die Halle wieder zu - garantiert...