Mirko Sindler hat mit seinem zwölfjährigen Sohn Fabian am Großglockner den Weltmeistertitel im Gleichmäßigkeitsfahren geholt.
Foto: Andreas Tannert
Kemtauer ist Weltmeister im Traktorfahren
Projekt Großglockner: Mirko Sindler fährt mit viel Gefühl ins Ziel
Kemtau. Um dies gleich klarzustellen: All diejenigen, die Mirko Sindler aus Kemtau bisher geduzt haben, dürfen dies auch weiterhin tun. "Ich bleibe auf dem Boden der Tatsachen", so Sindler. Und das, obwohl Mirko seit dem vergangenen Wochenende nicht mehr nur der Mirko ist. Sondern auch der Weltmeister.
Zum elften Mal haben sich am Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs, wieder die besten Traktoristen der Welt getroffen. 500 Teilnehmer - darunter auch der Kemtauer Mirko Sindler. Der 42-Jährige hatte sich auf den gut 600-Kilometer-Weg von der Kemtauer Zwönitztalstraße zum Berg der Berge aufgemacht - auf seinem 2,5-Tonnen-Hänger war sein 72 Jahre alter Lanz-Trecker festgezurrt. Sechs Leute gehörten zum Team - schließlich muss es auch was zu essen geben. Und den Traktor alleine auf- und abladen geht ja auch nicht.
0,94 Sekunden als Siegerzeit
Nun ist Mirko Sindler Weltmeister - und sein Team mit ihm. Er hatte sich in der Traktor-Baujahrklasse bis 1944 im Gleichmäßigkeitsfahren am geschicktesten angestellt. Diese Disziplin verlangt, mit dem Trecker 12,3 Kilometer bis zu 14 Grad zweimal bergauf zufahren. Sieger ist der, der bei beiden Touren möglichst die selbe Zeit zum Ziel benötigt. Denn es geht darum, wer nicht am schnellsten durch die Kurven und über Stock und Stein kommt - sondern wer am gleichmäßigsten und elegantesten tuckert. Sindler hatte nur 0,94 Sekunden Differenz zwischen erster und zweiter Fahrt. Das ist ein Augenaufschlag. Mehr nicht.
Mirko Sindler hat in seiner Kategorie der ältesten Traktoren bis Baujahr 1944 den Weltmeister geholt - im letzten Jahr war er noch Dritter.
Nicht nur einfach Trecker fahren
Unter allen 500 Traktoren landete er auf eine dritten Platz. Der Sieger - der Deutsche Gottfried Rödel mit einem MAN A32A - hatte eine Zeitdifferenz von 0,09 Sekunden. Das war nur noch ein Zehntel Augenaufschlag. "Dieser dritte Platz ist aber genauso toll. Denn dort werden ja alle Traktoren - egal welches Baujahr - verglichen. Und ich bin mit meinem alten Lanz trotzdem ganz vorn dabei", sagt Sindler. Zum Vergleich: Der nächste Traktor aus seiner Altersklasse steht auf Platz 70.
Der Weltmeister hatte also ein richtig gutes Wochenende. Nur, die Frage ist: Will er einfach nur Trecker fahren - oder ist da schon ganz viel Ehrgeiz dabei? Mirko Sindler denkt nach. "Während der Wertungsfahrten darf das Team natürlich mitfahren. Aber dann darf auch nicht gequatscht werden. Schließlich muss ich mich konzentrieren." Das sei die richtige Mischung aus Spaß und Ernst. "Manche andere aus unserer Zunft sehen das am Großglockner schon sehr verbissen", fügt Sindler noch hinzu. Dann zwinkert er mit den Augen. "Aber es stimmt schon: Würde ich nicht gewinnen, wäre ich auch richtig sauer."

