Angriff: Zuschauer attackiert Thumer Fußballer in Zöblitz
Vorsitzende des Kreisverbandes sind entsetzt
Zöblitz. Zu einer Handgreiflichkeit ist es offenbar am Sonntag am Rande eines Fußballspieles der 1. Kreisklasse zwischen der zweiten Mannschaft von VfB 07 Zöblitz-Pobershau und der ersten von TBV 08 Thum gekommen.
Ein Thumer Spieler, der vom Schiedsrichter mit einer roten Karte vom Platz geschickt wurde, ist im Stadion von einem Zuschauer angegriffen und vermutlich verletzt worden. "Ich bin entsetzt, dass ausgerechnet in der 1. Kreisklasse so etwas passiert. Dort spielen Hobbyfußballer doch vor allem aus Spaß. Dass das Spiel danach nicht abgebrochen wurde, hat mich zudem sehr verwundert", sagte ein Zuschauer, der anonym bleiben möchte.
Die Polizei bestätigte den Vorfall am Montag: Es liege eine Anzeige wegen Körperverletzung vor, sagte Heidi Hennig, Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Ein Zuschauer habe einen des Feldes verwiesenen Spieler eine "runtergehauen", schilderte sie den Vorfall, den Beamte vor Ort aufgenommen hatten.
Vertreter beider Fußballvereine, vor allem in Zöblitz, wollten sich am Montag kaum zu dem Vorfall und zu Details des Geschehens äußern. Als Begründung wurde darauf verwiesen, dass es ein schwebendes Verfahren sei, das wohl vor dem Sportgericht verhandelt werde. Jörg Heine, Abteilungsleiter Fußball des Thumer Vereins, erklärte nur, dass er über den Vorfall schockiert sei. Der angegriffene Spieler meinte am Montag gegenüber der "Freien Presse", er sei über die Zuschauerreaktion völlig perplex gewesen. Er habe den Mann nicht gekannt. Die Nase würde ihm noch etwas wehtun, fügte der Sportler hinzu.
Klare und deutliche Worte fand Klaus Müller, Vorsitzender des Kreisverbandes Fußball Erzgebirge: "Ich kenne zwar den Vorfall in Zöblitz selbst noch nicht, muss mir erst ein Bild verschaffen. Aber Handgreiflichkeiten jeglicher Art haben auf den Fußballplätzen in unserem Erzgebirge nichts zu suchen." Derartige Vorkommnisse seien bisher auf den Fußballfeldern der Region eine Ausnahme gewesen und sollen auch Ausnahme bleiben, sagte der Gelenauer mit Nachdruck. Er setze darauf, dass das Sportgericht bei solchen Vorfällen die richtige Antwort gibt.
Der Vorsitzende des Kreisverbandes macht zugleich deutlich, dass die Vereine Vorfälle dieser Art nicht zu 100 Prozent ausschließen können. "Damit sind die Vereine überfordert. Sie können nicht neben jeden Zuschauer noch einen Ordner stellen", sagte Müller. Traurig sei, dass derartige negative Begleiterscheinungen von Fußballspielen zunehmend im Fernsehen zu sehen sind. "Das sind nun mal schlechte Vorbilder."

