IG Kabelfernsehen Klaus Arnold rief vor 32 Jahren die Interessengemeinschaft Kabelfernsehen und Hörfunk der Stadt Olbernhau ins Leben. Ab sofort verfügt die IG über modernste Technik und ist damit auf den Wechsel vom analogen zum digitalen TV-Signal vorbereitet.

Foto: Jan Görner

Antennengemeinschaften bleibt analoges Fernsehen erhalten

Umrüstung der Anlagen ist im Gange oder bereits beendet

Marienberg/Olbernhau. Die Tage des analogen Fernsehzeitalters sind gezählt. Es wird vom digitalen Fernsehzeitalter endgültig verdrängt. Antennengemeinschaften in Olbernhau und Marienberg setzen jedoch nicht voll auf digital. Obwohl nach dem 30. April 2012 die Fernsehübertragung nur noch digital erfolgen wird, haben sie weiter analoge Programme auf ihrer Senderliste.

Die Gemeinschaftsanlage im Marienberger Ortsteil Rübenau wird zurzeit noch umgestellt. "Das kostet uns eine ganz schöne Stange Geld", sagt Günter Reichmann. Wie viel genau, das kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Er nennt jedoch den Grund, weshalb der Aufwand betrieben wird und die angeschlossenen Haushalte analoge Programme auch weiterhin empfangen können: "Wir wollen den älteren Menschen nicht zumuten, auf moderne Fernsehgeräte umzusteigen. Wenn wir das machen, verlieren wir womöglich noch mehr Mitglieder." Etwa zehn Prozent sind bereits abgesprungen, nachdem die Gema-Forderung nach sogenannten Durchleitungsgebühren laut wurde. Zehn bis zwölf analoge Programme sollen in Rübenau auch künftig aus der Antennendose der Gemeinschaftsanlage verfügbar sein.

In Satzung ist die Umstellung bereits Geschichte. 25 Programme analog und etwa 300 digital, einschließlich des hochauflösenden Fernsehens (HD), stellt die Antennengemeinschaft für ihre Mitglieder bereit. Etwa 20.000 Euro mussten laut Lutz Haustein investiert werden: "Wir haben 100 DSL-Teilnehmer. Diese Anschlussbeiträge haben uns gerettet." Auch die Antennengemeinschaft Marienberg und Umgebung hat für ihre etwa 10.000 Teilnehmer die Programme neu geordnet. Demnach werden laut Günter Rötzer von der Gemeinschaft 34 analoge Programme angeboten, insgesamt etwa 400 Kanäle sind es digital.

Mit technischen Veränderungen in der Kopfstation garantiert die Olbernhauer Interessengemeinschaft (IG) Kabelfernsehen, dass ab 1. Mai weiterhin 21 Fernsehsender analog zu empfangen sind. "Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern wie ARD, ZDF und Arte gehören auch private wie RTL, Sat, Vox und Pro Sieben dazu", erläutert Klaus Arnold von der IG. "An älteren Fernsehgeräten muss dafür nichts verändert werden. Das trifft auch auf den UKW-Rundfunkempfang zu."

Die Umstellung kostet die Interessengemeinschaft rund 12.000 Euro. Umgerüstet wurde in der Kopfstation der Anlage auch im vergangenen Jahr. Seitdem können in Olbernhau rund 300 digitale Sender empfangen werden. Das ist mit neueren Fernsehgeräten beziehungsweise bei älteren mit einem zwischengeschalteten Receiver möglich. Zudem können die Fernsehzuschauer ARD, ZDF, Arte und Eins Festival in HD sehen. "In den zurückliegenden Wochen gab es zahlreiche Anfragen von besorgten Bürgern", sagt Klaus Arnold. "Ich denke, dass sie dem 30. April beruhigt entgegensehen können."

 

Digitales Fernsehzeitalter beginnt in knapp 100 Tagen

Noch knapp 100 Tage dauert es, bis am 30. April die Programmveranstalter die analoge Übertragung per Satellit abschalten. Dafür gibt es dann eine digitale Übertragung. Das wird gemacht, weil das digitale Fernsehen gegenüber dem analogen einige Vorteile aufzuweisen hat.

Das digitale Signal beansprucht zum Beispiel weniger Übertragungskapazität, es kommt also schneller an. Außerdem ist es laut Fachleuten weniger störanfällig. Das heißt: Bildwackler und Bildaussetzer kommen viel seltener vor. Und davon abgesehen, kann man mit dem digitalen Signal etwa 300 Fernsehsender empfangen.

Betroffen von der Umstellung sind Haushalte, die ihr Fernseh- und Radiosignal bisher analog über Satellit empfangen. Nicht betroffen sind dagegen Haushalte, die ihr Signal über Kabel, Antenne oder bereits digital über Satellit empfangen.

Rund 2,9 Millionen Haushalte in Deutschland sehen derzeit noch analoges Fernsehen. Sie müssen sich nun sputen. Sonst bleibt der Bildschirm schwarz.

 
erschienen am 25.01.2012 ( Von Karlheinz Schlegel und Wilfried Saworski )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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