Monika Kluèková , Ioan Mihalache und Alexandra Sidonia Popescu (von links) gehören seit einigen Wochen zum Team im Haus Olbernhau des Klinikum Mittleres Erzgebirge. Sie arbeiten in der Einrichtung als Assistenzärzte und wollen mit ihrer Facharztausbildung beginnen.
Foto: Jan Görner
Assistenzärzte verstärken Klinikteam
Olbernhauer Krankenhaus beschäftigt drei Mediziner aus Rumänien und der Slowakei
Olbernhau. Das Olbernhauer Krankenhaus hat seinen Bestand an Medizinern um drei Assistenzärzte aufgestockt. Eine Ärztin und ein Arzt aus Rumänien sowie eine Ärztin aus der Slowakei arbeiten jetzt in der Einrichtung. Sie sind laut Ärztlichem Leiter Dr. Armin Friedrich im Krankenhaus die einzigen ausländischen Mediziner. "Unser Bedarf an Assistenzärzten ist damit gedeckt", sagt er.
In der Notaufnahme versieht Assistenzärztin Alexandra Sidonia Popescu ihren Dienst. Sie wertet das EKG eines Patienten aus. Ein Facharzt wird anschließend noch einmal darauf schauen. Wenig später nimmt die 29-jährige einen neuen Notfall auf. Seit einigen Wochen ist die Rumänin, die einmal Fachärztin für Innere Medizin werden möchte, mit ihrem Partner, dem Assistenzarzt Ioan Mihalache, am Olbernhauer Krankenhaus tätig. Auch er möchte dort mit seiner Facharztausbildung zum Chirurgen beginnen. Beide haben bereits in Krankenhäusern in Rumänien gearbeitet.
Die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, ist in Beiden schon seit langem gereift. Seit Dezember 2010 paukten sie in ihrer rumänischen Heimat autodidaktisch die deutsche Sprache. Im Mai und Juni folgte ein Intensivkurs in im thüringischen Bad Lobenstein, anschließend legten sie am Goethe-Institut in München die Sprachprüfung B2 ab. "Wir suchen eine neue Herausforderung. In Rumänien sind die materiellen Voraussetzungen viel ungünstiger. Zudem kostet eine Weiterbildung viel Geld", erzählt Alexandra Popescu. "In Deutschland sind die Verdienstmöglichkeiten besser als bei uns zu Hause. All das gab den Ausschlag für diese Arbeitsstelle in Olbernhau." Sie sieht noch einige Probleme mit den deutschen medizinischen Fachbegriffen und bedauert, dass es dafür noch kein rumänisch-deutsches Wörterbuch gibt. So müssen Sprachschwierigkeiten auf Englisch gelöst werden.
Monika Kluèková aus dem slowakischen Trenèin hat vor drei Monaten ihre Approbation an der Karls-Universität in Prag erworben. Die 25-jährige möchte ebenfalls mit der Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin beginnen. "In Olbernhau fühle ich mich bereits sehr wohl. Wir alle sind von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft überrascht", berichtet sie. "Ich denke, dass es uns gelingt, zu den Patienten eine vertrauensvolle Atmosphäre aufzubauen." Und lachend ergänzt sie: "Aber an den erzgebirgischen Dialekt müssen wir uns noch gewöhnen." Kluèková konnte in Olbernhau mit Unterstützung des Krankenhauses bereits eine Wohnung beziehen. Ihre rumänischen Kollegen waren bei der Wohnungssuche ebenfalls erfolgreich.
Chefarzt Armin Friedrich erinner daran, dass außer den Abschlüssen das Beherrschen der deutschen Sprache eine Voraussetzung dafür ist, als Arzt in der Bundesrepublik arbeiten zu können. "Wir freuen uns, dass wir die neuen Kollegen haben. Aufgrund ihrer fleißigen und zielstrebigen Arbeitsweise konnten sie sich in der kurzen Zeit im Ärzte- und Schwesternteam Anerkennung erwerben", sagt er. "Auch die Patienten schätzen sie."
Über eine Vermittlungsagentur, mit der das Krankenhaus zusammenarbeitet, konnten mit den Assistenzärzten Arbeitsverträge über drei Jahre abgeschlossen werden. Das Paar aus Rumänien ist sich bereits sicher, dass es darüber hinaus in Deutschland bleiben möchte. "Das Krankenhaus in Olbernhau ist mit modernsten Geräten ausgestattet. Zudem lieben wir dieses kleine Kollegium, denn wir möchten Kontakt zu allen Ärzten und Schwestern haben", meint Ioan Mihalache. "Natürlich vermissen wir Eltern und Freunde, aber über das Internet telefonieren wir jeden Tag mit unseren Verwandten und Freunden in der Heimat. Ich hoffe, dass wir hier bald neue Freunde finden werden."
Ausländische Ärzte sind im Klinikum Mittleres Erzgebirge nichts Neues. Dort werden derzeit 16 Mediziner mit einer anderen Nationalität beschäftigt. "Wir arbeiten bereits seit langem mit Ärzten aus Tschechien und der Slowakei zusammen. Das ergibt sich durch die Nähe zur Grenze", so Geschäftsführer Knut Hinkel auf Anfrage. "Wir sind in Europa." Bewerbe sich ein gut qualifizierter Arzt, spiele die Nationalität keine Rolle.


