Die Helfer beseitigten am Samstag den Brandschutt im Garten von Dietmar Estel in Marienberg.  
Die Helfer beseitigten am Samstag den Brandschutt im Garten von Dietmar Estel in Marienberg.

Foto: Kristian Hahn

Beim Aufräumen nach dem Brand in Marienberg packen viele Helfer an

Ein Rassegeflügelzüchter erfährt große Unterstützung aus dem Verein

Marienberg. Fassungslos stand Dietmar Estel am Samstag in seinem Garten. Zum einen konnte er immer noch nicht begreifen, dass seine seit 1976 aufgebaute Zucht von Zwergreichshühnern, zudem Schuppen und Anbauten, durch einen Brand am späten Mittwochabend fast vollständig vernichtet worden waren. Zum anderen konnte er kaum in Worte fassen, was ihn angesichts der vielen Helfer, die ihm bei der Beseitigung des Brandschutts halfen, bewegte. "Es ist einfach überwältigend, dass Mitglieder des Rassegeflügelzüchtervereins 1888 Marienberg, Gartennachbarn, Freunde, Familienangehörige so zahlreich kamen. Dass so eine Hilfsbereitschaft heute noch existiert, hätte ich nicht für möglich gehalten", meinte der 68-Jährige.

Zwischen 20 und 30 Helfer wuselten am Samstag von 9 Uhr an im Garten von Dietmar Estel. Es galt, das nach dem Feuer Übriggebliebene zu beseitigen: Verkohlte Holzbalken wurden transportiert, Asche zusammengekehrt, auch die toten Hühner mussten weggebracht werden. Über dem Geschehen lag der Gestank kalten Rauches; die Luft war erfüllt von Rußpartikeln, die sich auf den schweißnassen Gesichtern der Helfer niederschlugen. "Allein hätte ich das nie geschafft", sagte Dietmar Estel. "Schon wegen meiner Gesundheit wäre es mir unmöglich gewesen, den Schutt wegzuräumen, geschweige denn wieder etwas Neues zu bauen."

Thomas Albrecht ist Vorsitzender des Rassegeflügelzüchtervereins. "Noch in den Brandnacht bin ich von Vereinsmitgliedern, die bei der Feuerwehr sind, informiert worden. Am nächsten Tag haben wir uns einen Überblick verschafft. Zufällig hatten wir für Samstag sowieso einen Arbeitseinsatz geplant. Ich denke, jeder Züchter kann nachvollziehen, welche Katastrophe der Brand für Dietmar ist. Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir weiterhin Unterstützung leisten. Egal ob es um die Elektrik geht, das Dach oder sonst etwas", kündigte er an.

Etwas Hoffnung hat Dietmar Estel. "Ein kleiner Teil meiner Hühner hat in einer anderen Voliere auf dem Grundstück überlebt. Der massiv gebaute Hühnerstall soll nach der Beräumung mit einem Hochdruckreiniger sauber gemacht werden, dann kommen neue Fenster und eine neue Tür hinein. Wenn die Verschläge wieder drin sind, will ich so schnell wie möglich die Tiere einsetzen. Ich mache auf jeden Fall weiter. Das bin ich schon den vielen Helfern schuldig. Bei aller Tragik ist das, was hier passiert, absolute Spitze", sagte er.

 
erschienen am 24.06.2012 ( Von Kristian Hahn )
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