Die Silhouette des Satzunger Windparkes auf dem Hirtstein könnte bald anders aussehen. Alte Anlagen sollen neuen weichen. Im Regionalplan ist das jedoch nicht vorgesehen. Die Silhouette des Satzunger Windparkes auf dem Hirtstein könnte bald anders aussehen. Alte Anlagen sollen neuen weichen. Im Regionalplan ist das jedoch nicht vorgesehen.

Foto: Kristian Hahn

Betreiber will neue Windräder in Satzung errichten

Teil der fünf Windkraftanlagen soll erneuert werden

Satzung. Geht es nach dem Willen seiner Betreiber, könnte in der Geschichte des Windparks auf dem Hirtstein in Satzung eine neue Seite aufgeschlagen werden. Am 15. Juli 1992 eingeweiht, hat er mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel und in dieser Zeit 33 Millionen Kilowattstunden ins Stromnetz eingespeist.

"Wir würden gern zwei Windkraftanlagen als Museumsanlagen stehen lassen, drei abreißen und zwei neue aufstellen", sagt Dr. Wolfgang Daniels, Geschäftsführer der Sachsenkraft GmbH. Das Dresdner Unternehmen betreibt den Windpark gemeinsam mit den Dresdner Firmen Boreas Energie GmbH und Ingenieurbüro Kuntzsch. Bis zum Jahr 2011 hatte noch eine einheimische Betreibergesellschaft dazugehört, deren Anteile die Boreas übernahm.

Derzeit gestalten sich mögliche Änderungen allerdings schwierig. Der Regionalplan sehe keine Möglichkeit, um an dieser Stelle neue Anlagen aufzustellen, so Daniels: "Es gibt dort lediglich Bestandsschutz." Die Betreiber wollten nicht in einem besonders geschützten Nationalpark bauen, sondern in einem Naturpark, argumentiert er. "Dort, wo sich die Menschen mit den Anlagen arrangiert haben, darf nicht weitergebaut werden. Ich denke, man sollte aber dort weiterbauen." Derzeit fänden auf verschiedenen Ebenen Gespräche zu diesem Thema statt. "Ich weiß aber noch nicht, ob es da ein Stück Bewegung geben wird."

Die Anlagen sind in die Jahre gekommen. 2011 habe es einen größeren Schaden gegeben, der sich auf mehr als 10.000 Euro belief, so Daniels. Das könne immer wieder passieren, etwa beim Getriebe. Zudem verfügten die Windräder nicht über eine aktive Blitzableitung. Wenn der Blitz einschlage, würde es zu einer Wasserstoffexplosion kommen: "Da fliegt allerdings nichts in der Gegend herum. Vielmehr platzt der Flügel auseinander und sieht dann aus wie aufgefächert." Das ist schon einmal in den Anfangsjahren des Windparks geschehen: Im März 1994 hatte ein Blitzschlag einen Rotorflügel der "Weiße Fraa" genannten Anlage zerfetzt. Da die 20 Jahre alten Anlagen nicht wie neuere Modelle über Heizungen verfügten, habe es in den Wintern zudem viele Ausfälle gegeben: "Wir hatten zum Teil wochenlangen Stillstand."

Die 1990er-Jahre waren geprägt von sehr guten Erträgen, erinnert sich Daniels. Ab 2000 sei dies anders geworden. Entgegen der Prognose für die durchschnittliche Windgeschwindigkeit habe es weniger Wind als zuvor gegeben, hätten sich auch die Hauptwindrichtungen verschoben. Auf der anderen Seite gebe es seither mehr Starkwinde: "Aber da werden die Windkraftanlagen ausgeschaltet." Die Folge: Es wurde weniger Strom produziert, zuweilen gab es Daniels zufolge Abweichungen von bis zu 30 Prozent. Doch der Geschäftsführer malt nicht schwarz. Selbst angesichts schwacher Ertragsjahre handele es sich beim Hirtstein um einen hervorragenden Standort. Doch die Technik müsse erneuert werden. Die Leistungsfähigkeit neuer Anlagen hat enorm zugenommen - sie liegt heute bei einem einzelnen Windrad um das Doppelte höher als beim gesamten Windpark auf dem Hirtstein.

 
erschienen am 13.07.2012 ( Von Babette Zaumseil )
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