Hartmut Tanneberger.Foto: Kristian Hahn (Archiv)
Bürgerinitiative sucht für Spezialstudie nach Uni
Gruppe "Für saubere Luft im Erzgebirge" will Zusammenhang von Luftschadstoffen und Erkrankungen klären
Seiffen/Olbernhau. Die Bürgerinitiative (BI) "Für saubere Luft im Erzgebirge" sucht nach einer Universität, die ihr mit einer Studie weiterhilft. Dieses Projekt haben BI-Mitglieder bei einer Beratung auf den Weg gebracht. Mit der Studie soll untersucht werden, ob es in der Erzgebirgsregion einen Zusammenhang zwischen von Schadstoffen belasteter Luft und gesundheitlichen Beeinträchtigungen vieler Bewohner gibt.
"Wir strecken wegen der Uni unsere Fühler aus und suchen dabei in verschiedenen Richtungen", sagt BI-Mitglied Hartmut Tanneberger. "Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt es, und diesen Zusammenhang mit Luftschadstoffen wollen wir nachweisen."
Außerordentliche Schadensfälle
Die BI will sich mit der Suche nach einer Uni, die Anregung dazu kam während eines Besuches von BI-Mitgliedern im Bundesumweltministerium in Berlin, nur wenig Zeit geben. Erst während der vergangenen Tage hatten Einwohner und Urlauber in Seiffen bei Wind aus Südost, dem so genanten Böhmischen Wind, wieder über Beschwerden wie Durchfall geklagt. Diese könnten zum Beispiel mit dem Verbrennen von Kohlenwasserstoff auf einem Feldbrenner durch das Unternehmen Unipetrol im nordböhmischen Industriegebiet zusammenhängen, so Tanneberger. Das Ökologische Zentrum im tschechischen Most hat eben dieses Verbrennen auf seiner Internetseite unter "Außerordentliche Schadensfälle" unter anderem für den 21., 22. und 23. Mai veröffentlicht. "Wir können jedoch nur vermuten, das es damit einen Zusammenhang gibt", bedauert das BI-Mitglied.
Bisher kein Zusammenhang
Im "Neuen Bericht zu Luftbelastungen im Erzgebirge" des sächsischen Umweltministeriums, der kürzlich veröffentlicht wurde, sind, was die Schadstoffe in der Luft und die plötzlich auftretenden Beeinträchtigungen der Gesundheit betrifft, ebenfalls nur Vermutungen zu finden. Dort heißt es: "Als Ursache für die Geruchsbelastung werden organisch-chemische Verbindungen in Spurenkonzentration vermutet, die aber messtechnisch schwierig zu erfassen sind. Ein Zusammenhang mit den Beschwerden ist aber nicht zu erkennen."
Dazu gibt es den Hinweis, dass von 1998 bis 2002 im grenznahen Gebiet zu Tschechien Gesundheitsbeobachtungen gemacht wurden, unter anderem wegen bei Böhmischen Wind auftretenden Magen-Darm-Erkrankungen. In diese Aktion waren damals Arztpraxen und Kindereinrichtungen einbezogen worden.

