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Dietmar Ulbricht präsentiert einen kleinen Auszug seiner Ansichtskartensammlung. Vorn rechts zu sehen: sein ältestes Exemplar.

Foto: Jan Görner

Ein Schuhkarton infiziert Seiffener mit Sammelleidenschaft

Mehr als 7000 Postkarten nennt Dietmar Ulbricht sein Eigen. Sein ältestes Exemplar stammt aus dem Jahr 1890. Und damit verbindet er eine ganz besondere Erinnerung.

Von Karlheinz Schlegel
erschienen am 19.05.2017

Seiffen. 72 Alben stehen säuberlich aneinandergereiht im Schrank des Arbeitszimmers von Dietmar Ulbricht in Seiffen. Sie enthalten mehr als 5000 Postkarten aus seinem Heimatort und der näheren Umgebung. Weitere 2000 zeigen Gebäude und Landschaften aus dem böhmischen Erzgebirge und darüber hinaus. Dazu gehören drei Karteikarten, wo alle Orte und Ortsteile noch einmal aufgelistet sind. Mit diesem System dauert es nur wenige Sekunden, bis der 73-Jährige eine bestimmte Karte aus seinen Alben gefunden hat.

Seit fast 40 Jahren hat der ehemalige Maschinenbaumeister Karten aus seiner Heimat und dem Gebiet zwischen Eger und Ostrava zusammengetragen. Vor allem auf Auktionen und Börsen, aus Sammlerzeitschriften sowie über Kataloge hat der Ansichtskartenfan die bunten und schwarz-weißen Fotos, die Lithografien sowie die gemalten Motive erstanden.

Dabei sei Dietmar Ulbricht zu Beginn seiner Leidenschaft eher ein Mitläufer gewesen. Seine Schulkameraden sammelten vor 60 Jahren Postkarten und Briefmarken. Der Seiffener habe einfach mitgemacht. So richtig infiziert hat ihn vor vielen Jahren ein Schuhkarton mit Karten, die er von einer alten Frau erhielt. Obwohl er sich nur für einige wenige interessierte, gab es ihm den Anstoß für die Sammlerleidenschaft, die ihn nun schon seit mehr als 40 Jahren begleitet.

Infiziert ist Sohn Erik vom Hobby seines Vaters noch nicht. Aber er schaut öfter in den Schrank, um sich bestimmte Karten anzusehen. Und Dietmar Ulbricht weiß, dass seine Sammlung später einmal bei seinem Sohn in guten Händen ist.

Ulbrichts Hobby scheint sich herumgesprochen zu haben: Anfragen und Angebote kommen aus Städten in Sachsen. Dabei sammelt er nur Karten, die vor 1980 entstanden sind. Eine Lieblingskarte zu nennen, falle ihm nicht leicht, sagt Dietmar Ulbricht. Aber gern verweist er auf die älteste Karte: Sie stammt aus dem Jahr 1890 und zeigt das alte Badehaus in Bad Einsiedel. Ulbricht hat sie von seinen Kindern zum 60. Geburtstag geschenkt bekommen. "Das war für mich eines der schönsten Geschenke", erinnert sich der Seiffener. Ebenso gerührt zeigt er auf eine Karte von 1899. Darauf zu sehen: sein Geburtsort. Er weist auf einen kleinen hellen Fleck hin. "Hier auf dem Schindelberg sind nur noch die Reste des im selben Jahr abgebrannten Hauses meiner Großeltern zu sehen."

In den meisten Orten auf den Postkarten seiner Sammlung ist der 73-Jährige selbst schon gewesen. Nur ein paar kleinere Gemeinden aus dem böhmischen Erzgebirge kennt er nur aus seinem Buch. Darin sind alle Orte aufgelistet. An einer Karte an der Wand kann er ihren Standort suchen.

Verstauben werden seine Karten nicht. Fast täglich greift er zu einem Album, um etwas nachzusehen. Die Sehnsucht nach seinen Karten lässt ihn nicht los. "Man kann immer wieder etwas Neues entdecken, hinter jeder Karte steckt auch eine Geschichte, und für Geschichte interessiere ich mich schon seit meiner Kindheit", sagt der Rentner. Deshalb freut er sich über jede neue Karte. Und die nächste hat er schon im Visier. Es sei fast wie eine Sucht, sagt der Seiffener.

 
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