Falko Kluge (Mitte) und Ludwig Uhlig am neuen Wegweiser für den Pockautalweg: Dort ist noch Platz für ein Schild, das auf die historische Ölmühle hinweisen soll.
Foto: Jan Görner
Erzgebirgszweigverein gestaltet Wanderwegenetz im Ort um
Pockauer Wanderfreunde haben zwei neue Rundwege und mehr Qualität im Blick
Pockau. Wanderfreunde wie Falko Kluge und Ludwig Uhlig vom Erzgebirgszweigverein Pockau kümmern sich ehrenamtlich derzeit um den Erhalt von rund 150 Kilometern Wanderwegen. "Das sind sehr große Strecken, was die Betreuung problematisch macht", sagt Falko Kluge, Vereinsvorsitzender und Wanderwegewart in Person. "Künftig wollen wir uns deshalb auf die Kernwege konzentrieren." Das heißt unter anderem: Die Pockauer haben vor, sich zwei neue Rundwanderwege auszudenken. Bei dieser Gelegenheit soll auch das Wegekonzept der Gemeinde überarbeitet werden.
Das Ortswanderwegenetz von Pockau erstreckt sich derzeit von der Heinzebank bis zum Pfaffrodaer Ortsteil Hutha, vom Lengefelder Ortsteil Kalkwerk bis Zöblitz sowie von Niederlauterstein bis Rauen- stein und Reifland. Auch 60 Bänke, zwei Wanderhütten, drei große Aufsteller mit der Landkarte des Pockauer Wandergebietes und eine große Anzahl an Schildern und Wegweisern wollen unterhalten und betreut sein. Dies übersteigt die ehrenamtlichen Kräfte und das trotz Unterstützung von der Gemeinde Pockau und deren Bauhof. "Schilder werden wir deshalb nur noch an den großen Wanderwegen anbringen", erläutert Falko Kluge. "Die kleineren Wege sind aber auf den Wanderkarten ersichtlich."
Von dieser Konzentration auf die wichtigsten Touren verspricht sich der Erzgebirgszweigverein Pockau mehr Qualität und ein besseres Ortsbild. Das zusammengenommen soll mehr Wanderfreunde anlocken. Das Vorhaben muss jedoch noch mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt werden, so der Wegewart. Bernd Seifert aus Forchheim betreut seit mehr als zehn Jahren den Naturlehrpfad an der Saidenbach-Talsperre und hält den Weg, der eingeschlagen werden soll, für richtig. "Mit weniger machen und das ordentlich, wird mehr Qualität erreicht", meint er. Die Hinweisschilder am Naturlehrpfad hatte zum Beispiel der Ortschaftsrat etappenweise mitfinanziert. "Wer Touristen und Wanderer anlocken will, muss dafür auch etwas tun", ergänzt er.
Pockaus Bürgermeister Heiko Friedemann (CDU-Mandat) weiß um die "viele Arbeit, die geleistet wird", um das Wanderwegenetz zu erhalten und immer wieder vorkommenden Vandalismus zu begegnen. "Die Gemeinde nimmt den Vorschlag an, das Wegenetz zu überarbeiten", sagt er. "Die Beschilderung in einem großen Umfang ist finanziell nicht möglich." Demnach soll darauf hingearbeitet werden, dass der jetzige Bestand erhalten bleibt. Steffen Haugk von der CDU-Fraktion des Gemeinderates zieht den Hut vor jener Arbeit, "die erst gesehen wird, wenn sie nicht gemacht wird". Er meint deshalb: Der Gemeindehaushalt ist zwar begrenzt, trotzdem sollte der Verein mit dem unterstützt werden, was möglich ist. Die Kommune berücksichtigt im Haushaltsplan derartige Ausgaben, bestätigt Kämmerin Steffi Helmert.
2011 hatte der Erzgebirgszweigverein den Pockautalweg neu ausgeschildert. Das kostete knapp 500 Euro. Falko Kluge kennt noch ein anderes Vorhaben, das auf der Warteliste steht. "Die drei Aufsteller mit der Wanderkarte müssten saniert und dazu zwei neue angeschafft werden", erzählt er. "Auch die Verteilung der Aufsteller im Ort ist neu zu überdenken." Allein die Kosten für diese Arbeiten werden auf 3500 Euro geschätzt.


