Werbung/Ads
Menü

Themen:



Foto: Kristian Hahn

Explosion in Chemiefabrik in Litvinov - Der Ticker zum Nachlesen

Im nordböhmischen Industriegebiet in Litvinov haben sich am Donnerstag mehrere Explosion in einer Chemiefabrik ereignet.

Von Jens Eumann und Torsten Schilling (mit dpa)
erschienen am 13.08.2015

18.35 Uhr: In Olbernhau ist der Katastrophenalarm aufgehoben worden. Es sind keine Rauchwolken mehr zu sehen. "Die Luft ist wieder sauber", sagte der Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP).

17.21 Uhr: Wie das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Dresden soeben mitteilte, sind etwa Zehntausend Kubikmeter Löschwasser von dem Brand auf dem Areal der Chemiefabrik in Litvínov in die Bilina gelangt. Die Bilina ist ein Nebenfluss der Elbe, der bei Usti nad Labem in die Elbe mündet. Durch die enthaltene Flugasche kommt es den Angaben zufolge zu Verfärbung des Wassers. Ein Fischsterben wurde nicht beobachtet. Derzeit gehen die tschechischen Behörden davon aus, dass es keine Auswirkungen für den sächsischen Abschnitt der Elbe geben wird. Dem LfULG zufolge befinden sich derzeit alle Messwerte an der Gewässergütemessstation in Schmilka nahe der tschechischen Grenze im elbetypischen Bereich. Es würden keinerlei Auffälligkeiten beobachtet. Online-Messstationen: www.umwelt.sachsen.de/umwelt/wasser/1387.htm

16.32 Uhr: Den tschechischen Behörden zufolge droht keine direkte Gesundheitsgefährdung. "Die Stoffe, die in die Luft entwichen sind, sind nicht giftig, aber schädlich sind sie auf irgendeine Weise schon", sagte die Bürgermeisterin von Litvinov, Kamila Blahova. Der Präsident der Region Usti (Aussig), Oldrich Bubenicek, betonte: "Selbstverständlich ist es kein gewöhnliches Feuer, sondern ein Brand in einem großen Chemiewerk."

16.30 Uhr: Die Straßenbahnverbindung zwischen Litvinov und dem benachbarten Most (Brüx) wurde wegen des Brandes eingestellt. Im Jahr 1996 war es in einem anderen Petrochemie-Betrieb in Litvinov zu einem Großbrand gekommen, der erst nach vier Tagen gelöscht werden konnte.

16.27 Uhr: Nach fünf Stunden hatte man die Lage in dem Werk in der Stadt unter Kontrolle gebracht, sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatten neue Explosionen gedroht. Die Polizei evakuierte das gesamte Werk und Häuser in einem Umkreis von einem Kilometer. Rund 1000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

16.23 Uhr: Wie sich herausstellte, zeigte die Station Schwartenberg lediglich eine Grenzwertüberschreitung für Ozon an, die um 15 Uhr 190 Microgramm pro Kubikmeter Luft betrug. Nach Auskunft des Landesamtes für Umwelt und Geologie hatte diese Überschreitung allerdings nichts mit dem Chemieunfall zu tun.

15.18 Uhr: Während das Landesamt für Umwelt und Geologie am Mittag noch meldete, seine Messstationen auf dem Erzgebirgskamm zeigten bisher keine auffälligen Werte an, spielte die Anzeige der Litvinov nächstgelegenen Station Schwartenberg offenbar wenig später verrückt.

Die Website, auf der das Landesamt aktuelle Messwerte aller sächsischen Stationen öffentlich abrufbar hält, war nicht mehr aufzurufen, was an Überlastung durch Einwahl zu vieler besorgter Bürger lag.

Die Messstationen auf dem Erzgebirgskamm: Zinnwald, Schwartenberg, Fichtelberg, Annaberg, Carlsfeld

14.56 Uhr: Infos von Unipetrol: Nach Auskunft des Unternehmenssprechers Mikuláš Duda, sei die Situation vor Ort unter Kontrolle. Allerdings sei das an der fraglichen Stelle in Brand geratene Propylen nicht zu löschen, sondern müsse ausbrennen. Der Brand werde deshalb in kontrollierter Form einige Zeit andauern. Die ausgestoßenen Substanzen seien nicht gesundheitsgefährdend. Das größte Problem stelle der beim Brand entstehende Ruß dar.

14.14 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur dpa mitteilte, hatte sich ersten Erkenntnissen zufolge brennbares Propen entzündet, nachdem ein Kühlkreislauf ausgefallen war. Zu dem Unfall kam es in einer Anlage, in der Grundstoffe für die Kunststoffherstellung produziert werden.

14.12 Uhr: Laut dpa sind in mindestens vier Feuerwehrleute in Litvinov in der Hitze kollabiert und mussten ärztlich behandelt werden. Ein Arbeiter erlitt bei der Explosion eine Trommelfellverletzung.

14.01 Uhr: Laut einer Sprecherin hat das Landratsamt Informationen vom Umwelt- und Innenministerium zum Chemieunfall angefordert. "Wir wollen wissen, was passiert ist und wie groß die Gefahr für Bevölkerung ist." Derzeit seien Messwagen der Feuerwehr im Grenzgebiet unterwegs. Ergebnisse würden aber noch keine vorliegen.

13.46 Uhr: Laut Olbernhauer Bürgermeister Heinz-Peter Haustein haben sich zwei weitere Explosionen ereignet. Er beruft sich auf tschechische Quellen.

Nach mehreren Explosionen in einer Chemiefabrik in Tschechien sind dunkle Rauchwolken über das Erzgebirge gezogen. Unweit von Most, in Litvinov, war am Vormittag ein Chemiewerk in Brand geraten. (Video: Bernd März)


Foto: Thomas Hertwig

13.44 Uhr: In Olbernhau fahren so genannte Messleitwagen umher, um die Schadstoffe in der Luft zu messen.

13.32 Uhr: Um die Chemiefabrik wurde ein Sperrbezirk eingerichtet.

12.31 Uhr: In Seiffen ist Umweltalarm ausgelöst worden. Derzeit fährt die Feuerwehr durch den Ort und bittet die Bürger, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

11.01 Uhr: Wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK meldete, rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an. Eine noch unbekannte Chemikalie habe sich in einem Behälter entzündet. Augenzeugen berichteten von einem Feuerball über dem Werksgelände. Verletzte gab es nach ersten Informationen nicht. Eine zunächst vermisste Laborantin konnte gefunden werden. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, teilte die nahe gelegene Stadt Most mit. Zu dem Unfall sei es in der Herstellung von Ethen gekommen, einem wichtigen Grundstoff der chemischen Industrie.

Dieses Foto ist uns über Facebook zugeschickt worden. Dieses Foto ist uns über Facebook zugeschickt worden.

Foto: Ronny SchmidtBild 1 / 7

10.30 Uhr: Wie der Pressesprecher der Firma Unipetrol, Mikuláš Duda, sagte, musste die komplette Belegschaft evakuiert werden. Das Feuer sei aber unter Kontrolle Zu den Bestandteilen der Wolke könne er derzeit noch keine Aussagen treffen.

10.28 Uhr: Die Windrichtung ist derzeit ungünstig. Laut Deutschem Wetterdienst weht der Wind momentan in einer Höhe von 1500 Metern mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde von Litvinov in Richtung Marienberg.

9.45 Uhr: Im nordböhmischen Industriegebiet in Litvinov hat sich am Donnerstagvormittag eine Explosion in einer Chemiefabrik ereignet. Nach Angaben des Ökologischen Zentrums in Most ereignete sich die Explosion um 8.57 Uhr bei der Firma Unipetrol. Anschließend sei ein Brand ausgebrochen und das Gebiet evakuiert worden. Dunkle Wolken ziehen auch nach Sachsen. Der Olbernhauer Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) hat den Katastrophenschutz alarmiert.


  Bild 1 / 7

Welche Regionen sind gegebenenfalls von der Wolke betroffen:

Die Explosion mit dem folgenden Brand ereignete sich gegen 9 Uhr früh in Litivinov. Ab diesem Zeitpunkt stieg die Rauchwolke auf.

Chemnitz liegt 50 Kilometer Luftlinie in etwa westnordwestlicher Richtung von Litvinov entfernt, Marienberg 30 Kilometer in fast westlicher Richtung von Litvinov.

Laut Christian Throm vom Fachdienst des Deutschen Wetterdienstes herrschten an gesamten am Vormittag die gleichen Windverhältnisse für den Raum Marienberg bis Chemnitz.

In Bodennähe wehte der Wind aus einer Richtung  zwischen Nordnordost und Nordost, konkret von 30 Grad (die 360-Grad-Skala  des Windrichtungskreises beginnt im Norden mit 0 und erreicht 90 Grad im Osten, 180 im Süden, 270 Grad im Westen). Bodennah wurde die Wolke somit eher nach SSW abgetrieben.

In etwa 1500 Metern Höhe indes war die Windrichtung um zusätzliche 90 Grad gedreht, also auf etwa 120 Grad, so dass Teile der Wolke in höheren Lagen nahezu exakt in Richtung auf Chemnitz geblasen wurden. Die Windgeschwindigkeit war mit 3 Metern pro Sekunde (also 10,8 Kilometern pro Stunde) relativ gering. 



Foto: Kristian Hahn

Möglichen Zusammensetzung der Wolke

Zur möglichen Zusammensetzung der Wolke macht der Sprecher des havariebetroffenen Unternehmens Unipetrol, Mikulas Duda, trotz Anfrage bis zum Nachmittag keine Angaben. Doch ereignete sich Brand und Explosion nach Informationen tschechischer Medien im Bereich der Ethen-Herstellung der Chemie-Fabrik.

Ethen wird in einem sogenannten Dampfspalter hergestellt (Steam-Cracker), ein solcher stellt unter hohem Druck in einem Reaktor aus langkettigen Kohlenwasserstoffen, verschiedene Fraktionen her.

  • Wasserstoffreiches Gas 2,0 % (ca. 50 % H2, 50 % Methan)
  • Methanreiches Gas 15,4 % (fast reines Methan)
  • Ethen 29,1 % (gewünschtes Hauptprodukt, incl. des hydrierten Ethins, s.u.)
  • Ethan 3,9 % (wird normalerweise recycelt; erfordert im Vergleich zu Naphtha höhere Temperaturen)
  • Propen 16,1 % (wichtigstes "Nebenprodukt")
  • Propan 1,2 % (wird normalerweise recycelt, bei fehlender Propan/Propen-Trennung wird es zusammen mit dem Propen verkauft)
  • 1,3-Butadien 4,3 % (Nebenprodukt)
  • Butengemisch 5,5 % (Nebenprodukt)
  • Pyrolysebenzin 19,6 % (Nebenprodukt, Siedebereich: ~25-210 °C, beinhaltet u.a. Benzol, Toluol, Xylole, Ethylbenzol, Isopren, Cyclopentadien)
  • Ethylen-Cracker-Rückstand 0,9 % (Nebenprodukt, Siedebereich: ~210-500 °C, schwefelhaltig, hocholefinisch, hocharomatisch)
  • Kohlenmonoxid ~100-1000 ppm (z.Teil im wasserstoffreichen Gas)
  • Kohlendioxid ~30-500 ppm
  • Schwefelwasserstoff (Spuren, je nach Schwefelgehalt des Einsatzstoffs)

Quelle für die Zusammensetzung: Wikipedia

Ihren Steam-Cracker hatte Unipetrol im Juli teilweise herunterfahren müssen, um unvorhergesehene Wartungsarbeiten vorzunehmen. Seine Aktionäre informierte das Unternehmen über Gewinnausfälle im Millionen Kronen Bereich. Über die Gründe des Ausfalls informierte das Unternehmen nicht.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Lesen Sie auch:
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

 
 
 
 
Wetteraussichten für Marienberg
So

12 °C
Mo

12 °C
Di

9 °C
Mi

11 °C
Do

°C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Marienberg und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in Marienberg

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Online Beilagen

So geht Ihnen das beste Handy ins Netz - bei MediMax.

Unsere aktuellen Angebote - auf einen Klick...

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

09496 Marienberg
Töpferstraße 17
Telefon: 03735 9165-0
Öffnungszeiten:
Mo./Di./Do. 9.00 - 13.00 Uhr u. 14.00 - 17.30 Uhr
Mi./Fr. 9.00 - 13.00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
Neu
Nachrichten aus dem Erzgebirge bei Facebook

Die "Freie Presse" Erzgebirge ist nun auch auf Facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Dort finden Sie Neuigkeiten aus den "Freie Presse"-Lokalredakionen Annaberg-Buchholz, Aue, Schwarzenberg, Stollberg, Marienberg und Zschopau und sind somit stets auf dem Laufenden.

Zum Facebook-Auftritt

 
 
 
 
 
|||||
mmmmm