Im oberen Bereich der Baustelle am Bahnhofsberg wird Felsgestein abgetragen. Lkw transportieren es ab.
Foto: Jan Görner
Felsen müssen für die neue dreispurige Straße weichen
Bauarbeiten am Bahnhofsberg laufen mit Hochdruck
Zöblitz. Zöblitz. 230 Meter ist der erste Bauabschnitt lang, auf dem die B 171 am Bahnhofsberg bei Zöblitz gebaut wird. Und es geht eng zu: Mitarbeiter von vier Firmen sind auf dem Areal zugange. Auf der linken Seite in Richtung Zöblitz entsteht im Moment eine 190 Meter lange Stützmauer, die die alte Böschung sowie eine desolate Trockenmauer ersetzt, erläutert Michael Scheller vom Straßenbauamt Plauen, verantwortlich für die Ingenieurbauwerke. Um die zwischen 1,20 und 2 Meter hohe Wand gegen Zug- und Druckkräfte zu sichern, werden zahlreiche Anker gesetzt. 500 Meter seien es insgesamt.
Auch Fels beziehungsweise Schwachpunkte im Gestein rechts über der Straße müssen mittels Ankern gesichert werden. Am Ende entscheide der Geologe, ob und wo noch Schutznetze oder Matten aufgebracht beziehungsweise Steinschlagzäune installiert werden müssen, legt Bauleiter Andreas Scholz dar.
Viel wurde und wird gesprengt, um Platz für die neue Straße zu schaffen, die künftig über drei Fahrspuren verfügt: zwei in Richtung Zöblitz, eine in Richtung Marienberg. "Es ist eine Meisterleistung an Koordination, die hier erbracht wird", sagt Scholz mit Blick auf Bauabläufe, Menschen sowie Fahrzeuge, die auf dem Bauabschnitt tätig sind. Fertig sein soll der erste Bauabschnitt Anfang November, damit die Straße im Winter befahrbar ist.
Bevor es soweit ist, müssen unterdessen nicht nur Felsen gesichert und eine Stützwand gebaut werden, sondern auch Versorgungsleitungen in die Straße eingebracht werden. Das sind eine Trinkwasser- und eine Gasleitung sowie der Abwassersammler. Das geringste Übel von allen sei letztlich das Aufbringen der Asphaltschicht: "Wenn es lange dauert, sind das drei Tage", versichert der Bauleiter. Insgesamt wird in dem ersten Bauabschnitt rund eine Million Euro verbaut.
Bislang verschont geblieben ist die Baustelle von Altbergbaufunden. "Uns ist bekannt, dass in der Gegend Altbergbau existiert, allerdings nicht genau, wo", sagt Scholz. Werde etwas entdeckt, müsse das Oberbergamt in Freiberg informiert werden. "Das schickt seine Spezialisten, die festlegen, wie der Altbergbau gesichert wird."
Bernhard Schmidt, vom Straßenbauamt mit der Bauüberwachung beauftragt, hat unterdessen noch ein ganz anderes Problem: den Baustellentourismus, der nach seinen Worten abends gegen 18 Uhr einsetzt, wenn die am Bau beteiligten Mitarbeiter verschwunden sind. Da werde mitunter der Bauzaun beiseite geräumt und durch die Baustelle durchgefahren, andere wiederum würden fotografieren. "Das ist Hausfriedensbruch", stellt der Ingenieur fest.


