Forst: Nur wenige ausländische Arbeiter im Wald

Großteil der Holzerntearbeiten im Bezirk Marienberg soll mit rumänischen Hilfskräften erledigt worden sein

Marienberg. Extreme Dumpingpreise, rumänische Hilfskräfte, die sächsische Fachleute bei der Holzernte verdrängen - so und ähnlich lauten anonyme Vorwürfe, die jüngst in der Region die Runde gemacht haben. Tatsächlich sei es so gewesen, dass eine vom Forstbezirk beauftragte Firma rumänische Mitarbeiter beschäftigt hat, sagt Pressesprecher Thomas Köhler. Er leitet daraus aber keinen Trend ab, dass verstärkt Kräfte aus anderen Ländern im hiesigen Wald arbeiten.

Die Holzernte werde zu mehr als 50 Prozent hochmechanisiert vorgenommen: "Das ist gängiger Standard." Überwiegend erledigten dies Fremdunternehmen mit Facharbeitern, ein kleiner Teil werde mithilfe des Fuhrparks des Freistaates geerntet: "Aufgrund der Dimension der Arbeiten werden diese europaweit ausgeschrieben." Darin enthalten seien unter anderem Angaben, wie viel Holz wo geerntet werden soll, die Baumarten, wie die Areale zu befahren sind: "Die Unternehmer müssen wissen, welche Maschinen sie einsetzen können." Mit den Interessenten gebe es dann Rundfahrten in die Wälder, erst im Anschluss würden Angebote abgegeben. Vergeben werde jeweils die komplette Holzfällung: vom Fällen der Bäume bis zum Transport an die Abfuhrstraße. Die einzelne Maschine könne bis zu 500.000 Euro kosten, und so seien es oft recht große, personalstarke Unternehmen, die die Arbeiten im Schichtbetrieb erledigten. Allerdings wären auch Subunternehmen im Einsatz, sagt Köhler. Das betreffe vor allem jenen Bereich, in dem eine Vorlieferung mit dem Pferd notwendig wird. Die großen Firmen hätten zwar alle Maschinen, "aber nicht jeder hat auch Pferde". Diese Aufträge würden meist an regionale Unternehmer vergeben. Das betreffe auch rein manuelle Arbeiten. "Manchmal werden dort auch ausländische Mitarbeiter beschäftigt. Aber das sind eher Ausnahmen." Er beobachte auch keinen Trend, dass Arbeitskräfte aus Tschechien verstärkt bei den Firmen arbeiten: "Dort gibt es genug Arbeitspotenzial in den Wäldern."

 
erschienen am 14.06.2012 ( Von Babette Zaumseil )
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