Gelbe Säcke in Marienberg künftig wieder stabiler
Entsorgungsfirma kündigt nach Beschwerden bessere Qualität an
Marienberg. Leichtstoffe wie Verkaufsverpackungen werden im Gebiet des ehemaligen Mittleren Erzgebirgskreises in unterschiedlichen Behältnissen gesammelt. In einigen Kommunen gibt es dafür die Gelbe Tonne, in anderen den Gelben Sack. Über Letzteren wurde in der Vergangenheit hin und wieder Kritik laut, weil deren Festigkeit zu wünschen übrig ließ. Bei starkem Wind, hieß es, würden die Gelben Säcke leicht kaputtgehen und die Leichtstoffe dadurch in der Gegend verteilt. Die Firma Kreislaufwirtschaft Grübler aus Wiesa, von der die Entsorgungsleistungen erbracht werden, stellt reißfestere Gelbe Säcke in Aussicht.
Auch Olbernhaus Bürgermeister Steffen Laub (CDU) regt sich darüber auf, dass die Gelben Säcke eine offensichtlich zu dünne Kunststoffhaut besitzen und deshalb "sehr schnell reißen. In der Stadt sieht es dann jedes Mal aus wie Sau". Thomas Glöckner, Gemeinderat für die Bürgerinitiative Dörnthal-Haselbach in Pfaffroda, schildert zu dem Thema eine Autofahrt durch die Kommune, bei der er ähnliche Zustände zu Gesicht bekam: "Da war gerade Sturm und der blies den Inhalt von Gelben Säcken über die Straße."
Pfaffrodas Bürgermeister Reiner Lippmann (CDU) kennt das Problem. "Die Säcke waren schon mal stabiler, das stimmt", meint er. "Bis zu einer nächsten Ausschreibung werden wir aber mit den Säcken wohl leben müssen." Das Gemeindeoberhaupt erinnert daran, dass 2006 die Kommunen gefragt worden waren, ob für das Sammeln von Leichtstoffen die Gelbe Tonne oder der Gelbe Sack bereitgestellt werden sollen. Pfaffroda entschied sich damals für den Gelben Sack. In einem Wechseln zur Gelben Tonne sieht Reiner Lippmann nicht das Problem. Allerdings gibt er dabei zu bedenken: "Dann stehen aber auf dem Grundstück insgesamt vier Abfalltonnen."
Die Entsorgungsfirma bestätigt die mindere Qualität der Gelben Säcke. "Das trifft für eine Lkw-Ladung zu, die aber inzwischen aufgebracht ist", sagt Firmen-Mitarbeiterin Monika Schuster. "Eine neue Lieferung, die wir bekommen haben, enthält Gelbe Säcke, deren Qualität besser ist. Sie sind stabiler. Damit wird sich in der nächsten Zeit bestimmt alles wieder normalisieren."
Die Wiesaer Kreislaufwirtschaft kann die Qualität der Gelben Säcke nicht beeinflussen. Ihr wird zudem vom Dualen System Deutschland (DSD) vorgegeben, womit in den einzelnen Städten und Gemeinden die Leichtstoffe zu entsorgen sind. Das erfolgt aufgrund von Umfragen, bei denen die Kommunen über das Behältnis mit entscheiden können. Daraufhin wiederum legt sich das DSD fest, von dem die Sortierung und Verwertung von Verpackungen mit dem Grünen Punkt organisiert wird. Die nächste derartige Prozedur wird laut Ursula Wunderlich voraussichtlich 2014 ablaufen. "Ab 2015 würde es dann die neue Aufteilung geben", so die Leiterin der Marienberger Dienststelle des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Südsachsen.
Der Abfallkalender des Erzgebirgskreises für 2012 gibt unter anderem Hinweise dazu, was in die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack gehört. Das sind nur Verkaufsverpackungen, aber mit zwei Ausnahmen: Verpackungen aus Glas sowie aus Papier und Pappe zählen nicht dazu. Übrigens wird die Entsorgung der Abfälle über den Einkaufspreis für das jeweilige Produkt finanziert.


