Gemeinden hoffen auf klare Worte aus Dresden
Offene Entscheidung zur Verwaltungsgemeinschaft Seiffen lähmt Ausschuss
Seiffen. Fortbestehen oder Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Seiffen? Darüber steht nach wie vor ein Fragezeichen. Das haben die Mitglieder des Gemeinschaftsausschusses zu ihrer Sitzung feststellen müssen. Beschlüsse wie zur doppelten Haushaltsführung können nicht gefasst werden. Das zehnköpfige Gremium, dem auch die Bürgermeister von Seiffen, Deutschneudorf und Heidersdorf angehören und das sich nach einer dreijährigen Pause erstmals wieder traf, hofft nun auf klare Worte aus dem sächsischen Innenministerium in Dresden. Dort soll es laut Seiffens Amtsverweser Andreas Haustein, er leitete die Sitzung, eine Anhörung der Konfliktparteien geben. Ein Termin steht bisher nicht fest.
Unterschiedliche Auffassungen
Zur Gebietsstruktur im Spielzeugwinkel gibt es unter den VG-Mitgliedern unterschiedliche Auffassungen. Seiffen verfolgt per Gemeinderatsbeschluss das Ziel, mit Deutschneudorf und Heidersdorf aus der VG heraus eine Einheitsgemeinde zu bilden. Dagegen stehen Beschlüsse der Räte von Deutschneudorf und Heidersdorf, die Verhandlungen mit Olbernhau über die Eingemeindung beinhalten. Deutschneudorfs Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) hält eine Einheitsgemeinde wegen der Schulden, die auf Seiffen lasten, für "wirtschaftlich nicht annehmbar". Doch er räumte ein, bei einer Entschuldung von Seiffen verhandeln zu wollen. Heidersdorfs Bürgermeister Dieter Lippmann (parteilos) bezweifelt unter anderem, dass die Einheitsgemeinde funktionieren wird: "Wir haben zwölf Jahre versucht, in der Verwaltungsgemeinschaft zusammenzukommen. Es hat nicht geklappt." Gerlinde Einbock, Seiffens 1. Bürgermeisterstellvertreterin, kann sich die Vertretung der Orte in einer VG "immer noch besser vorstellen als innerhalb von Olbernhau". Seiffen soll die Chance haben, "selber zu bestimmen, was im Ort passiert".
Einheitsgemeinde bleibt Ziel
Amtsverweser Haustein wertete das Treffen als "ersten Schritt, doch noch ins Gespräch zu kommen". Seiffen hatte Gespräche angeboten, doch Deutschneudorf und Heidersdorf waren nicht darauf eingegangen: "Seiffen wird dabei bleiben und als Ziel die Bildung einer Einheitsgemeinde aus der Verwaltungsgemeinschaft weiter verfolgen."

